Eigenständige Unfallchirurgie in Weilheim – Neuer Chefarzt beginnt ab 1. Mai

24 Stunden im Einsatz

Dr. Thomas Löffler (li) beginnt am 1. Mai in Weilheim. Thomas Lippmann, Geschäftsführer der Krankenhaus GmbH (Mi.), und der ärztliche Direktor Prof. Dr. Andreas Knez freuen sich bereits auf ihn. F: Gnadl

Weilheim – Es ist eine der nächsten großen Umsetzungen im Rahmen der Strategie zum Gesundheitsversorger 2020: Ab 1. Mai beginnt Chefarzt Dr. Thomas Löffler in der Weilheimer Unfallchirurgie. Gleichzeitig wird diese damit zu einer von Schongau unabhängigen Abteilung.

„Wir wollen unseren Häusern klare Gesichter geben“, erklärt Thomas Lippmann, Geschäftsführer der Krankenhaus GmbH, die Entscheidung für eine eigenständige Unfallchirurgie in Weilheim. Bisher leitete sie der chirurgische Chefarzt der Klinik Schongau, Dr. Ruprecht Freiherr von Welser. Da der in diesem Jahr jedoch aus dem Unternehmen ausscheidet, wurde dieser Einschnitt genutzt, um zwei Nachfolger zu finden. „Man kann sich nicht zerteilen“, möchte Lippmann, dass beide Krankenhäuser künftig noch mehr Service anbieten können. „Wir können so ein ganz anderes Level erreichen“.

„Er ist ein erfahrener Chirurg mit einem breiten Spektrum“, lobt der ärztliche Direktor Prof. Dr. Andreas Knez seinen neuen Kollegen Löffler. „Wir wollen nicht in Konkurrenz zu Murnau stehen“, sagt Knez. Ziel sei es aber, erster Ansprechpartner bei Unfällen im Umkreis zu werden. „Das ist eine klare Aufwertung für die medizinische Versorgung im Landkreis.“

Löffler hat in München studiert, machte seine Ausbildung zum Facharzt in Frankfurt und lebt seit 2002 mit seiner Familie in Weilheim. Nachdem er von 2004 bis 2007 als Oberarzt der Chirurgie in Peißenberg und Schongau war, wechselte er an die Uni-Klinik Großhadern. „Ich wollte die große Unfallchirurgie erlernen“, blickt er auf eine Zeit zurück, in der er vor allem sein Wissen in der Versorgung von Schwerverletzten und in der Endoprothetik vertiefen konnte. Seit fünf Jahren arbeitet Löffler nun als Chefarzt in der unfallchirurgischen Abteilung an der Klinik Dr. Rinecker in München.

Doch auch zu den Rettungsdiensten und Ärzten im Landkreis hat er ein gutes Verhältnis, denn bei ihnen ist er seit Jahren als Notarzt bekannt. Von der operativen Versorgung von Frakturen über künstlichen Gelenkersatz bis zur Polytraumaversorgung: Löffler hat hohe Ansprüche an seine Abteilung für Unfallchirurgie und Orthopädie. Zusätzlich will er den Fokus auf ältere Patienten legen, denn durch den demografischen Wandel werde diese Gruppe in den nächsten Jahren steigen und beispielsweise eine „Lawine an Oberschenkelhalsbrüchen“ mit sich bringen. Patienten, die bereits Prothesen in den Gelenken haben, seien außerdem eine besondere Herausforderung.

Bis Mai soll das Weilheimer Team besetzt sein. Bereits jetzt steht fest, dass Dr. Marc Ziegler, der derzeit bereits mit Löffler in München arbeitet, mitkommt. Er hat seinen Facharzt in Schongau absolviert und wird in Weilheim als Oberarzt eingesetzt. Außerdem bleibt Klaus Lederer, der bereits in der Krankenhaus GmbH arbeitet, dem Team erhalten.

„Das medizinische Gesamtkonzept ist jetzt rund“, zeigt sich Lippmann zufrieden. „Jetzt müssen wir mit der Infrastruktur nachziehen.“ Zwar sei mit 32 Betten im Interimsbau Platz da und auch in der derzeitigen Nothilfe gebe es bereits alles, was nötig ist, dennoch sollen Verbesserungen folgen. Bis Mai soll eine zusätzliche Station mit 25 Betten fertig sein, die derzeit saniert wird. „Es ist nicht die Endsituation, aber wir wollen ausreichend Kapazität zur Verfügung stellen“, sagt Lippmann.

„Wir haben viel zu tun“, freut sich Löffler bereits auf seine künftige Aufgabe. Er verspricht: „Die Bürger können sich drauf verlassen, dass auch nachts ein Spezialist operiert.“

„Je besser die neue Unfallchirurgie angenommen wird, desto schneller werden weitere Ressourcen ausgebaut und möglicherweise mehr Ärzte eingestellt“, blickt Lippmann jetzt zuversichtlich in die Zukunft. Und Löffler ergänzt: „Wir wollen eine kompetente Unfallchirurgie mit Herz und Verstand.“

Von Ursula Gnadl

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