Einen Schritt weiter

Noch steht das alte Forstamt leer, doch die Zeichen mehren sich, dass es schon bald Asylbewerber beherbergen wird. Foto: Peters

Eigentlich hätte die Untersuchung, ob sich der Umbau des derzeit leerstehenden ehemaligen Forsthauses in der Schongauer Lechvorstadt zu einem Asylbewerberheim wirtschaftlich rechnet, bereits im Juli abgeschlossen sein sollen. Doch die Urlaubszeit hatte den Zeitplan gehörig durcheinandergeworfen. Erst vor kurzem konnte daher Dieter Knauer, Geschäftsführer der Immobilien Freistaat Bayern, die die landeseigene Immobilie betreut, das Ergebnis an die Regierung von Oberbayern übermitteln. Dort dürfte man sich trotz der längeren Wartezeit gefreut haben: Das Schreiben beinhaltete eine Unterbringungsempfehlung.

Ob das Forstamt nun tatsächlich als Asylbewerberheim genutzt wird, darüber schweigt man sich bei der Regierung noch aus. Man werde sich als nächstes an das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen wenden und im Anschluss über die Nutzung als Gemeinschaftsunterkunft entscheiden, teilte Sprecherin Michaela Krem auf Anfrage des KREISBOTEN mit. Dort dürfte man freilich auf wenig Widerstand stoßen, nimmt die Unterbringung von Asylbewerbern in Bayern doch mittlerweile dramatische Züge an. Im mittelfränkischen Zirndorf etwa musste das Rote Kreuz bereits Zelte aufstellen, weil die dortigen Unterkünfte restlos überfüllt sind. Auch in anderen Landkreisen wie Landsberg ist man händeringend auf der Suche nach Wohnmöglichkeiten. Angesichts dieser Situation kommt der Regierung von Oberbayern das im Besitz des Freistaats befindliche Forsthaus gelegen. Aus finanzieller Sicht scheint die Nutzung laut Knauers Gesellschaft Sinn zu machen. Statt teuer Immobilien anmieten zu müssen, reicht eine einmalige Ertüchtigung – auch wenn die Kosten hierfür, so Krem, „im sechsstelligen Bereich“ liegen. Die Bauzeit beziffert die Sprecherin auf mehrere Monate. Peter Blüml mag dieser Argumentation nicht folgen. „Das ist eine Menge Geld“, kritisiert der CSU-Stadtrat, der selbst in der Lechvorstadt wohnt. Außerdem würden dadurch 4200 Quadratmeter „bester Baugrund“ verloren gehen. Baugrund, den – ginge es nach Blüml – am besten die Stadt Schongau erwerben soll, um dort einen Kindergarten zu errichten. „Hier wohnen 80 Prozent junge Familien, da ist Bedarf da“, so der Stadtrat. Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl (SPD) allerdings ist skeptisch. 3500 Briefe habe man im Frühjahr an Eltern verschickt und damals keinen weiteren Bedarf an Kindergartenplätzen festgestellt. „Ich werde mich aber einer erneuten Prüfung nicht entgegenstellen.“ Derweil hat die Stadt einen Baujuristen eingeschaltet, der jüngst nichtöffentlich den Stadtrat über die Möglichkeit eines Bebauungsplans für das Areal informierte. Ausbau als Alternative? Blüml bringt indes noch eine andere Variante ins Spiel, nämlich das bestehende Asylbewerberheim zu erweitern. „Derzeit laufen Bestrebungen, der Regierung dort eine Alternative anzubieten.“

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