Einzelhandelskonzept

Schongau befragt Bürger und Gewerbetreibende

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Daniel Abbenseth und Wirtschaftsförderin Yvonne Voigt mit den Fragebögen für das Einzelhandelskonzept.

Schongau – Vor den Sommerferien hatte der Stadtrat beschlossen, ein Einzelhandelskonzept in Auftrag zu geben. Die Arbeit daran ist mittlerweile in vollem Gang. Nachdem Mitarbeiter des Augsburger Büros „Dr. Heider Standort- und Wirtschaftsberatung“ in den vergangenen Wochen den kompletten Einzelhandelsbestand in der Lechstadt erhoben haben, werden jetzt Kunden und Gewerbetreibende um Auskunft gebeten. Durchgeführt wird die Befragung online auf der Internetseite der Stadt unter www.schongau.de.

Daniel Abbenseth sitzt im Besprechungsraum im obersten Stock des Rathauses, neben ihm Wirtschaftsförderin Yvonne Voigt. Behände huschen Abbenseths Finger über die Tastatur des Laptops, der vor dem Mitarbeiter des Büros Dr. Heider Standort- und Wirtschaftsberatung steht. Es dauert nur zwei Klicks, dann ist er am Ziel. Der Aufruf der beiden Online-Fragebögen, die sich einmal an Kunden und einmal an die Gewerbetreibenden richten, klappt reibungslos. Nur rund zehn Minuten, schätzt Abbenseth, dauere es, um alle Fragen zu beantworten – ein überschaubarer Zeitaufwand für die Möglichkeit, sich aktiv in die künftige Stadtentwicklung einzubringen.

Denn um diese geht es beim Einzelhandelskonzept, das essentielle Fragen klären soll. Wie sehen die Struktur der Geschäfte und die Sortimente vor Ort aus? Wo liegen die Potentiale, wo gibt es Stärkungsbedarf? Wo sollen sich künftig welche Einzelhandelsbetriebe ansiedeln dürfen? Wie lässt sich die Altstadt stärken? „Wir geben dem Stadtrat mit dem Konzept eine Handlungsgrundlage für seine Entscheidungen“, sagt Abbenseth.

Viele Daten nötig

Um entsprechend adäquate Aussagen treffen zu können, braucht es viele Daten. In den vergangenen Wochen wurden deshalb alle Einzelhändler mit Verkaufsfläche und Sortiment erfasst sowie alle in der Altstadt tätigen Dienstleister und Gastronomen. Dabei registrierte Abbenseths Team auch die Leerstände in der Altstadt – immerhin 26 an der Zahl. Um herauszufinden, woher die Kunden in der Altstadt kommen, bat man Händler zudem, die Postleitzahl der Käufer zu erfragen. In zehn Tagen seien so 4000 Datensätze zusammengekommen, sagt Abbenseth.

Nach den objektiven Zahlen sollen nun die Online-Befragungen die Daten um eine Einschätzung der Bürger und Gewerbetreibenden ergänzen. „Wir wollen ein Gefühl dafür bekommen, woran es hapert“, erklärt Abbenseth. Gefragt wird in der Haushaltsbefragung etwa nach den Stärken und Schwächen der Stadt, wo Kunden bestimmte Waren üblicherweise einkaufen, welches Verkehrsmittel sie nutzen oder wie sie den Standort Altstadt einschätzen. Auch konkrete Verbesserungsvorschläge für die Altstadt können angegeben werden.

Im Fragebogen für die Gewerbetreibenden tauchen zusätzlich Fragen zum eigenen Onlineauftritt auf sowie zur betrieblichen Situation, etwa ob in den nächsten fünf Jahren ein Verkauf, eine Übergabe oder die Aufgabe beabsichtigt sei. Um eine möglichst hohe Rücklaufquote zu erreichen, habe man alle 200 Unternehmen direkt angeschrieben und um Teilnahme gebeten, sagt Abbenseth. Bei der Haushaltsbefragung habe man aus Kostengründen auf den postalischen Weg verzichtet, so Voigt. Man sei jedoch zuversichtlich, dass sich auch so genug Bürger beteiligen. Wer keine Möglichkeit habe, den Fragebogen online auszufüllen, könne sich außerdem ein Exemplar im Rathaus abholen, weist die Wirtschaftsförderin hin.

Ergebnis wird im Februar vorgestellt

Während die Haushaltsbefragung, an der im übrigen nicht nur Schongauer teilnehmen dürfen, komplett anonym abläuft – als persönliche Daten müssen nur Ort, Alter und Geschlecht angegeben werden –, müssen die Geschäftsleute ihren Betrieb beim Namen nennen. „Die Stadt bekommt aber nur das Gesamtergebnis und nicht die einzelnen Fragebogen“, betont Abbenseth. Noch bis 20. November läuft die Befragung. Vorgestellt werden soll das fertige Einzelhandelskonzept und die ermittelten Resultate am 7. Februar 2017.

Christoph Peters

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