Energie-Interessen bündeln – Stadtrat ebnet Weg für Gründung einer "Energie GmbH"

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MARIA HOFSTETTER, Weilheim – Einstimmig gab der Stadtrat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause den Startschuss zur Gründung einer eigenen „Energie-GmbH“. Die Stadtwerke sollen der alleinige Gesellschafter und deren Leiter Magnus Nigg ihr Geschäftsführer sein. Stadtkämmerer Christoph Scharf muss dafür im laufenden Haushaltsjahr noch rund 28 000 Euro für die Gründungs- und Notarkosten sowie für den Eintrag in das Handelsregister locker machen. Bis zum Jahr 2035 energieautark sein, lautet das Ziel. „Damit“, stellte Magnus Nigg, Leiter der Stadtwerke, fest, verfolge Weilheim „ein ambitioniertes Vorhaben“, für das rechtzeitig die Weichen gestellt werden müssen. Da weder die Stadt noch die Stadtwerke über das entsprechende Know How und Fachpersonal verfügen, um die Maßnahmen für die Energiewende selbst bewerkstelligen zu können, wurden die Stadtwerke beauftragt, die Gründung einer eigenen GmbH vorzubereiten. Das Beratungsunternehmen Rödl & Partner erstellte ein Konzept und erarbeitete mit den Stadtwerken die Rahmenbedingungen. Nach den Empfehlungen von Rödl & Partner soll die neue GmbH unter dem Dach der Stadtwerke tätig werden. „Die Stadt kann sich so die Entscheidungsfreiheit bei wichtigen Projekten sichern“, begründete dies Nigg. Im Januar 2013, kündigte er des Weiteren an, wird ein Energiefachmann bei den Stadtwerken seine Arbeit aufnehmen. Nigg führte vier mögliche Projekte ins Feld: Die Errichtung eines Fernwärmenetzes mit Anschluss an das geplante Geothermiekraftwerk in der Lichtenau, den Bau von Windkraftanlagen, die Übernahme des Stromnetzes und den Stromvertrieb. Die Gründung der Gesellschaft „Oberland-Energie“ zum gemeinsamen Stromverkauf (eigener Bericht folgt) hält Nigg für „eine gute Sache“. Die drei anderen Vorhaben könnten unter dem Dach der Stadtwerke angesiedelt werden. Für die Entwicklung und Ausarbeitung der Projekte fallen bei der GmbH weitere Kosten an für Personal, Beratung, Gutachten und Versicherungen, die von der Stadt finanziert werden müssen, führte Nigg aus. Die Gesamtkosten werden bis Mitte 2014 auf bis zu 864 000 Euro geschätzt. Diese Anschubfinanzierung könne jedoch, Erträge aus den Projekten vorausgesetzt, später wieder an die Stadt zurückgeführt werden. Es liege im Ermessen des Stadtrates, welche Projekte er zur Planung an die neue GmbH überträgt, erklärte Kämmerer Scharf. Dementsprechend seien finanzielle Mittel bereitzustellen. „Bisher waren es nur Lippenbekenntnisse, jetzt wird es konkret“, stimmte BfW-Stadtrat Jochen Knittel dem Vorhaben zu und betonte: Die 864 000 Euro kämen nur dann voll zum Tragen, „wenn alle vorgeschlagenen Projekte überprüft werden“. Kaum Spielraum in der komplexen, mit Risiken behafteten Thematik sieht Weilheims Energiereferent: Stefan Zirngibl (CSU), der die Maßnahmen „insgesamt befürwortet“, bedauerte, dass Anträge für den Bau von Wasserkraftwerken an der Ammer wiederholt abgelehnt worden seien.

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