Stadtwerke-Chef berichtet über laufende Projekte

Energiewende voranbringen

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Nachdem im Probebetrieb sprachbedingte „Kommunikationsprobleme“ mit dem italienischen Hersteller behoben sowie „einige Kinderkrankheiten“ (Müller) beseitigt waren, konnte die kleine Windkraftanlage an der Kläranlage mit der Stromeinspeisung beginnen.

Weilheim – In vielen kleinen Schritten haben die Stadtwerke seit 2014 die Erneuerbaren Energien Wind, Sonne und Wasser vor Ort ausgebaut. Die Energieautarkie konsequent voranzubringen, um immer mehr umweltfreundliche Energie vor Ort selbst erzeugen zu können, ist das Ziel des Stadtwerke-Chefs. Daran ließ Peter Müller auch keinen Zweifel aufkommen, als er dem Stadtrat von den laufenden und geplanten Projekten berichtete.

Als jüngstes Beispiel nannte Vorstand Müller die Kleinwindkraftanlage an der Kläranlage nahe der Ammer auf dem Grund der Stadtwerke. Der 24 Meter hohe Mast ragt mit seinen sechs Meter langen Rotorblättern kaum über die dortige Bebauung und den Baumbestand hinaus. Da die Anströmung von der Hauptwindrichtung Westen frei ist, könne mit einer guten Windausbeute gerechnet werden, heißt es dazu in einer Pressemitteilung der Stadtwerke und weiter: Die 10H-Regel wird eingehalten, im Umfeld von 300 Metern ist keine Wohnbebauung vorhanden.

Die Suche nach einem geeigneten Windkraftanlagenhersteller war nicht einfach. Mit der Windkraftanlage von Tozzi Nord in Italien wurde man fündig, da sie im Vergleich zu anderen Anlagen eine größere von den Rotorblättern überstrichene Fläche hat. Das wirkt sich positiv auf den Wind-

ertrag aus. Die Errichtung ging flott voran: Anfang Juni wurde das Fundament gelegt und der Ankerkorb eingebaut, am 7. Juli kamen die Einzelteile angefahren. Nach der Vormontage wurde das Kleinwindrad per Autokran aufgestellt. Die Arbeiten vor Ort wurden von Firmen aus der Region erledigt. Am 8. Juli startete der Probebetrieb.

Der erzeugte Strom wird in das Arealnetz der Kläranlage eingespeist. Die Kläranlage ist mit 1,2 Mio. kWh/Jahr der mit Abstand größte Energieverbraucher der Stadtwerke. 58 Prozent des benötigten Stroms wurden im Jahr 2015 mit den Blockheizkraftwerken und der Photovoltaik-Anlage selbst erzeugt und der Rest extern zugekauft. Mit der Kleinwindkraftanlage soll in Zukunft auch die Notstromversorgung der Kläranlage sichergestellt werden. Als Zielrichtung gab Müller in der Sitzung einen „mehrtätigen Inselbetrieb“ vor.

Strom aus Wasserkraft produziert das Wasserrad „Stadtmühle“ in der Oberen Stadt (wir berichteten). Nachdem es die Hochwasser der vergangenen Wochen schadlos überstanden hat, steht einem Regelbetrieb nicht mehr im Wege. An der „Seemühle“ beim Feyerabendhaus sehen die Pläne der Stadtwerke ein weiteres Wasserrad vor. „Der Wasserrechtsantrag läuft bereits“, so Müller.

Auch in puncto „große Wasserkaft“ sieht der Stadtwerke-Vorstand Handlungspotenzial. Für ein Kraftwerk am Oderdinger Wehr wären „der Hochwasserschutz, die Wasserkraftnutzung und das Durchgängigmachen möglich“, erklärte er den Stadträten. Gespräche hierzu seien mit dem Landratsamt und Wasserwirtschaftsamt am Laufen.

Ende August/Anfang September rechnet Müller mit dem Beginn der Erkundungsbohrungen für das Stromspeicherprojekt von „Gravity Power“ in der Südostecke der Kiesgrube bei den Stadtwerken (wir berichteten). Zu den weiteren laufenden Projekten der Stadtwerke zählen unter anderem die Altlastensanierung in der Krumpperstraße (Müller: „Das Material ist höher belastet als gedacht“), Baugebietserschließungen, diverse Ersatzbeschaffungen und die Erneuerung der Stromversorgungsanlagen auf dem Volksfestplatz.

Von Maria Hofstetter

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