"Erfolgsgeschichte" für Peißenberg – Neues Gymnasium dringend gebraucht – Roland Freudhöfer rechnet mit 700 Schülern

Initiativensprecher Roland Freudhöfer (im Bildvordergrund) warb für den Bau eines Gymnasiums in Peißenberg – genau wie Hermann Summer (am Podium links), Katharina Eckstein (Elternbeiratsvorsitzende Realschule Peißenberg), Tillmann Wahlefeld (Elternbeiratsvorsitzender Gymnasium Weilheim) und Bürgermeisterin Manuela Vanni. Foto: Jepsen

Samt ihrem Einzugsgebiet hätte die Marktgemeinde genügend Schülerpotenzial, um künftig der vierte Gymnasialstandort im Landkreis zu werden. So lautete die klare Botschaft eines Info-Abends, zu dem kürzlich die neugegründete Initiative „Gymnasium für Peißenberg“ in die Tiefstollenhalle eingeladen hatte.

Ein erweitertes Schulangebot am Ort, so hieß es, würde für mehr Bildungsgerechtigkeit sorgen sowie den Standort in Weilheim und die Peißenberger Realschule entlasten. „Meines Wissens nach gibt es keine Neugründung eines Gymnasiums, die keine Erfolgsgeschichte gewesen wäre“, warb Hermann Summer vor rund 50 Besuchern für den Bau einer neuen Schule. Der Rektor des Weilheimer Gymnasiums berichtete über die Raumnöte an seiner Schule – „kleinere Schülerzahlen täten uns sehr, sehr gut“ – und attestierte Peißenberg, über „erhebliche Bildungsreserven“ zu verfügen. Derzeit liegen die Besuchsquoten von Peißenberger Schülern an Gymnasien bei rund 25 Prozent, in Weilheim sind sie fast doppelt so hoch. „Eine Schule vor der Haustüre“ würde das Niveau laut Summer angleichen. Einer der wesentlichen Knackpunkte in der bisherigen Diskussion ist die 2010 vorgestellte Schulbedarfsprognose, auf die sich Landrat Dr. Friedrich Zeller und die Kreistagsgremien bislang stützen. Die Expertise sieht weder für Peiting noch für Peißenberg das Potenzial für ein Gymnasium. Doch nach Meinung von Roland Freudhöfer, Initiativensprecher und Koordinator des Gemeinsamen Elternbeirats für Peißenberg und Umgebung (GEBR), würden von den Gutachtern Faktoren wie die generell steigenden Übtrittsquoten an Gymnasien nicht ausreichend berücksichtigt. Außerdem stütze sich die Prognose fast nur auf die sinkenden Geburtenzahlen, die aber gerade kein aussagekräftiger Indikator für die Entwicklung von Schülerzahlen an Gymnasien sei, wie Weilheim zeige. Freudhöfers eigenen Berechnungen zufolge könnten in Peißenberg mindestens rund 700 Schüler unterrichtet werden. Die Prognose geht indes für das Jahr 2022 lediglich von 519 aus, was deutlich unter der vorgeschriebenen Mindestgrenze von 600 liegt: „Wer sich auf die Zahl 519 stützt“, kritisierte Freudhöfer, „tut dies in Unkenntnis der Zahl“. Die Initiative hat deshalb in einem „offenen Brief“ an Landrat Zeller konkrete Forderungen aufgestellt: So müsse nach einer „Überarbeitung“ der Schulbedarfsprognose das Thema erneut im Schulausschuss und im Kreistag behandelt und ein Beschluss gefasst werden, „ob ein weiteres Gymnasium im Landkreis befürwortet wird“. Und wie sieht es mit der Finanzierung der Baukosten von vermutlich rund 30 Millionen Euro aus? Während des Info-Abends wurden diesbezüglich die politischen Parteien in die Pflicht genommen, die stets auf die Wichtigkeit von Bildungsinvestitionen verweisen würden: „Wenn das alles wirklich ernst gemeint ist“, betonte Summer, „dann müssten wir morgen zu bauen anfangen“.

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