Erneuter Hochwasseralarm in Peißenberg – Diesmal keine größeren Schäden

Rückhaltewall hat sich bewährt

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Der von der Gemeinde provisorisch aufgeschüttete Wall südwestlich des Recyclinghofs hat seinen Zweck erfüllt. Das Wasser wurde aus dem künstlichen Rückhaltebecken kontrolliert abgelassen. 

Peißenberg – Eigentlich sollte am Dienstagabend in der Tiefstollenhalle eine außerordentliche Bürgerversammlung zum Thema „Hochwasserschutz“ stattfinden. Doch Ironie des Schicksals: Ausgerechnet zwei Stunden vor Veranstaltungsbeginn heulten in Peißenberg die Sirenen auf: Erneuter Hochwasseralarm.

Die Bürgerversammlung wurde kurzfristig abgesagt und fiel damit regelrecht ins Wasser. Der Nachholtermin ist am Donnerstag, 4. August, um 19 Uhr in der Tiefstollenhalle.

Ein schweres Gewitter mit heftigem Starkregen ließ am Dienstagabend vor allem den Wörtersbach entlang der Bachstraße in Minutenschnelle wieder bedrohlich anschwellen. Ein Zustand, der sich selbst bei gewöhnlichen Unwettern inzwischen regelmäßig wiederholt. Für die Anwohner der blanke Horror: „Wir haben keine ruhige Minute mehr und sind mit den Nerven fix und fertig“, erklärte Anwohner Günter Süßbrich, während Feuerwehrleute und Bauhofmitarbeiter Sandsackdepots an der Bachstraße einrichteten: „25 Jahre war hier nie ein Hochwasser und jetzt ständig.“ Süßbrich vermutet, dass sich „etwas Grundlegendes verändert hat“, wobei er die gesättigten Böden und den Klimawandel nicht unbedingt als Hauptursache für die wiederkehrenden Hochwasserereignisse vermutet. „Vielleicht hat der Bau der Hohenpeißenberger Umgehungsstraße die Wasserströme vom Berg runter verändert. Ich weiß es nicht. Uns sagt ja keiner was“, beklagte Süßbrich.

Am Dienstagabend kamen die Anwohner an der Bachstraße glimpflich davon – wenn auch knapp: „Wenn es zehn Minuten länger geregnet hätte“, so Süßbrich, „dann hätten wir hier wieder das Chaos gehabt.“ Gegen 18 Uhr gingen die Pegel aber kontinuierlich zurück. Auch an der Josef-Zerhoch-Grundschule konnte durch Sandsackverbauungen Schlimmeres verhindert werden. Der Peißenberger Einkaufspark blieb diesmal ebenfalls vom Hochwasser verschont. Als provisorische Maßnahme hatte die Gemeinde südwestlich des Recyclinghofs einen Erdwall aufschütten lassen. Aus dem so entstandenen Rückhaltebecken wurde das Wasser kontrolliert abgelassen. „Der Wall hat sich voll bewährt, ansonsten wäre das Gelände wieder komplett abgesoffen“, berichtete Bauhofleiter Roman Bals.

Schlimmer erwischt hat es hingegen die Nachbargemeinde Hohenpeißenberg. Das Wasser schoss wie schon bei den Unwettern vor zwei Monaten die Bergstraße hinunter. Betroffen waren zudem der Bauhof und die Glückauf-Straße im Bereich des Hauptstollens.

Von Bernhard Jepsen

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