Stadtrat schwenkt um und nimmt erneuten Anlauf für Bahnhalt "Weilheim-Au"

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Ob die Bahnlinie Weilheim-Schongau einen zusätzlichen Halt im Weilheimer Süden bekommt, ist weiterhin offen.

Weilheim – Die Diskussion um einen zusätzlichen Bahnhalt an der Pfaffenwinkelbahn im Weilheimer Süden nimmt erneut an Fahrt auf. Nach einstimmiger Ablehnung des Projektes im Bauausschuss positionierte sich der Stadtrat vor der Sommerpause überraschende Weise wieder anders und will weiterhin einen Halt „Weilheim-Au“ – und zwar Lösung C.

Das Angebot von Bahn und Freistaat Bayern, der Stadt im Zuge ihrer gemeinsamen „Stationsoffensive Bayern“ im Süden einen Bahn-Halt zu bauen, beschäftigt das Ratsgremium seit langem. Das Thema wurde intensiv und kontrovers diskutiert, wieder vertagt, bei Anliegern, Gewerbetreibenden und Schulen wurde der Bedarf abgefragt (wir berichten).

Zu den beiden Varianten (A: nördlich Geistbühelstraße zur Au hin; B: südlich Geistbühelstraße, Westseite Schongauer Gleis) hatte der Fahrgastverband „Pro Bahn“ im Frühjahr eine weitere Alternative (C: südlich Geistbühelstraße im Zwickel der Gleise) ins Spiel gebracht. Diese wäre ohne kostenaufwändigen Tunnel unter der Gleisanlage zur Erschließung des Trifthofs realisierbar, so der Fahrgastverband. Allerdings müsste gewährleistet werden, dass die Fahrgäste den Bahnübergang Geistbühelstraße sicher überqueren können.

Die Bayerische Eisenbahngesellschaft hat Alternative C an der Westseite der Pfaffenwinkelbahn jedoch aus Sicherheitsgründen als nicht genehmigungsfähig abgelehnt. Die Stadt wird in einer Mitteilung vom 28. Juni aufgefordert, zu entscheiden, ob sie weiterhin an dem ursprünglich vereinbarten Bahnhalt westlich der Gleise zur Au hin (Variante B) interessiert sei, um die Planungen einleiten oder das Verfahren stilllegen zu können.

Auf diese Aussage hin erklärte der Bauausschuss das Projekt einstimmig für gescheitert. Unter anderem hätte die Stadt dann für rund eine Mio. Euro die Unterführung zum Gewerbegebiet Trifthof bauen und finanzieren müssen.

Mit dieser Ausgangslage wurde das Bahnhalt-Vorhaben Ende Juli im Stadtratsplenum nochmals aufgerollt. Während sich anfangs die Wortmeldungen noch dem Gutachten des Bauausschusses angeschlossen hatten, schlug die Stimmung immer mehr pro Bahnhalt um. Mit zwei Gegenstimmen wurde schließlich der Beschluss gefasst, das Projekt weiterzuführen und an der inzwischen favorisierten Variante C festzuhalten, da diese für die Stadt die meisten Vorteile bringen würde. Variante B wurde für „nicht zukunftsfähig“ erachtet.

Das meinen die Stadträte

Stefan Zirngibl (CSU):  „Wenn wir heute ablehnen, ist der Zug endgültig abgefahren. Wir sollten uns darauf verständigen, dass wir Bahnhalt C wollen.“ Jetzt gelte es die politischen Kontakte zum Verkehrsminister in Berlin zu nutzen.

Ingo Remesch (SPD):  „Die Bahnstrecke Weilheim-Schongau sollte auf jeden Fall aufgewertet werden. Auch ein Halt ohne die Trifthof-Anbindung wäre für die Stadt Weilheim ein Gewinn.“

Saika Merx (FDP):  „Weilheim wird weiter wachsen und wir müssen deshalb die Infrastruktur stärken.“

Alfred Honisch (Grüne):  „Es ist interessant, wie sich Meinungen ändern. Wir wollen einen Bahnsteig, der laut Expertenmeinung gar nicht genehmigungsfähig ist.“

Von Maria Hofstetter

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