Ernste Worte beim Empfang – Trautinger, SPD: Kürzung der Vereinszuschüsse "kein Tabu"

Die schwierige Haushaltslage der Stadt Weilheim könnte auch eines Tages die Vereine und Verbände treffen. Momentan seien zwar noch keine Kürzungen der Zuschüsse zu erwarten. „Das wird aber in Zukunft kein Tabuthema sein“, kündigte SPD-Fraktionschef Gerhard Trautinger im Rahmen des traditionellen Neujahrsempfangs der Weilheimer Sozialdemokraten an. Rund 80 Vertreter von Vereinen, Organisationen und aus der Kommunalpolitik waren ins Foyer des Stadttheaters gekommen. Trautinger nahm bezüglich der angespannten Finanzsituation Bürgermeister Markus Loth (BfW), die Verwaltung und den Stadtrat in Schutz. Schuld sei das misswirtschaftliche Management der Banken.

Trautinger: „Traurig ist: Die Kommunen sind die letzten, die es trifft. Den letzten beißen die Hunde.“ Vor diesem Hintergrund empfahl Trautinger nochmals zu überdenken, ob man den tief unter der Ledererstraße fließenden Stadtbach wieder sichtbar machen sollte. Dies ist im Rahmen der Altstadtsanierung geplant. Zweiter Bürgermeister Ingo Remesch zeigte sich hingegen als „Befürworter des Bächleins“. Er prangerte zudem an, dass Hartz-IV-Familien unterm Strich nicht von der Erhöhung des Kindergeldes profitierten. „Die Ärmsten der Armen bekommen nichts davon, und das ist ein Skandal.“ Hauptredner war der SPD-Landtagsabgeordnete Ludwig Wörner. In Bezug auf das Landesbank-Desaster wetterte er: „Offenbar war die Gier nach Geld wichtiger als das Hirn einzuschalten.“ Wörner beklagte, dass auf Grund des Debakels Mittel in den Gemeinden fehlten – etwa für den Bau von Straßen und die Sanierung von Kanälen. Die Kommunen würden ohnehin „am Gängelband gehalten. Die Luft wird immer dünner“. MdL Wörner vermisste zudem die sozialen Werte. Wenn sich die derzeitige Moral nicht ändere, gehe diese Gesellschaft gnadenlos unter. „Dekadenz hat schon ganz andere Reiche ruiniert“, sagte der Abgeordnete und verwies dabei auf das alte Rom und auf Griechenland. Es gebe nichts Schlimmeres als eine Gesellschaft, in der sich Gräben auftun. Abschließend empfahl Wörner, den Regierenden genau auf die Finger zu schauen.

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