Das Essen ins Zentrum rücken

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KREISBOTE; Weilheim – Das Essen sollte hierzulande eine größere Rolle spielen. Dies machte Dr. Hans-Peter Senger, Ex-Direktor des Weilheimer Landwirtschaftsamts, kürzlich beim Festakt zum zehnjährigen Bestehen der Solidargemeinschaft Weilheim-Schongauer Land deutlich. „Lasst uns versuchen, das Essen zu einem zentralen Punkt in der Familie und Gesellschaft zu machen.“ Zahlreiche Ehrengäste hatten sich im Weilheimer Stadttheater eingefunden, um das Jubiläum mit den Verantwortlichen zu feiern. Die Solidargemeinschaft hat seit ihrer Gründung im März 2000 einiges auf den Weg gebracht. Den Anfang markierte die Einführung des Weilheim-Schongauer Land-Brots. In der Folge zeigte die Solidargemeinschaft mit zahlreichen Aktionen und Veranstaltungen Präsenz. Als Beispiel sei hier das Projekt der „Sonnenäcker“ genannt. Bauern vermieten hierbei Teilflächen von Äckern an Interessierte. Diese können dort Gemüse, Kräuter und Blumen anbauen. Inzwischen gibt es in Oberbayern und Schwaben insgesamt zehn Solidargemeinschaften. An der Wiege der hiesigen stand der ehemalige Amtsleiter Dr. Hans-Peter Senger. „Ich weiß nicht, ob es die Solidargemeinschaft hier ohne dich gäbe“, betonte der Vorsitzende Dieter Kraus. Der Peitinger steht seit der Gründung an der Spitze der Gruppierung. Festredner Senger, der derzeit das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten im schwäbischen Wertingen leitet, bemerkte, dass heute die Beziehung zu dem fehle, was die Bauern mühevoll erzeugten. Er sprach von einer „Anonymisierung der Produkte und der Leistungen“. Die an der Herstellung der Lebensmittel beteiligten Menschen seien dem Verbraucher nicht mehr bekannt. Dadurch werde die „Wertschätzung massiv nach unten gefahren“. Senger stellte bei den Verbrauchern zudem eine gewisse „Passivität und Wurstigkeit“ fest. Regionale Märkte böten hingegen die Möglichkeit, „ein gewisses Beziehungsgeflecht zu erhalten“. Bezüglich der Solidargemeinschaften betonte Senger: „Diese Idee verfügt über eine erstaunlich große Kraft.“ Sie könne auch Herzen erwärmen. Zu den Gratulanten zählte unter anderem Vizelandrätin Andrea Jochner-Weiß (CSU). „Sie sorgen dafür, dass wir unser tägliches Brot und Glas Milch mit gutem Gefühl genießen können“, unterstrich sie in ihrem Grußwort. Bürgermeister Markus Loth (BfW) stieß ins selbe Horn: „Mit Qualitätsprodukten aus heimischer Landwirtschaft ist der richtige Weg eingeschlagen.“

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