In Weilheim 100 Jahre evangelisch-lutherische Gemeinde gefeiert

Von Filialkirche zu eigener Pfarrei

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Auf weiteres gutes Zusammenwachsen stießen die Vertreter beider Kirchen, der Stadt Weilheim und der zugehörigen Dekanatsgemeinden an.

Weilheim – Mit drei Festtagen – Sommernachtsball, Festakt und Hoffest – feierte die evangelisch-lutherische Gemeinde Weilheim am vergangenen Wochenende ihre 100-jährige Eigenständigkeit von München. 

Offizieller Höhepunkt war der sonntägliche Festakt mit Gottesdiensten, Sektempfang, Grillnachmittag, einem speziell gebrauten Jubilate-Festbier und verschiedenen Mitmachaktionen.

Nach der Andacht schilderte Pfarrer Jost Herrmann die Anfänge der Gemeinde aus kirchlicher Sicht und das gewach- sene Verhältnis der „lutherischen Fremdlinge“ zu den katholischen Mitbrüdern bis heute. Pfarrer Herrmann wählte dazu das Paulus-Zitat: „Nicht mehr Gäste seid ihr, sondern Mitbürger.“

Auch Bürgermeister Markus Loth sah es als seine Aufgabe an, kurz Rückschau zu halten. Als Quelle bediente er sich der Aufzeichnungen des Weilheimer Spitalkurators Andreas Schmidtner. Danach wurde erst mit einer Entschließung König Maximilians vom 2. Mai 1850 die Abhaltung pastoraler Geschäfte durch einen Vikar zwei Mal jährlich genehmigt. Die Stadt zählte damals 2500 katholische und acht protestantische Bürger.

Der Weg zur eigenständigen Pfarrei ging nach der Weihe der evangelischen Kirche im Jahre 1899 und der Fertigstellung des Pfarrhauses mit der Genehmigung des Prinzregenten Ludwig 1913 in Erfüllung. Loth würdigte das vielfältige soziale und kulturelle Engagement der evangelischen Gemeinde, die heute 6 000 Mit- glieder hat, in der Stadt. Die Gemeinde wurde dafür 2006 mit dem Sozialpreis ausgezeichnet. „Ich spreche Ihnen im Namen des Stadtrates, der gesamten Bürgerschaft und auch persönlich Dank und Anerkennung zum 100-jährigen Jubiläum aus“, sagte Loth.

Dekan Axel Piper wählte für sein Grußwort die Historie des von ihm bewohnten alten Pfarrhauses. „Es atmet die Geschichte seiner Bewohner und könnte bestimmt viele Geschichten erzählen. Es ist nicht nur Gründungspate, sondern auch ein Symbol der Gemeinde“, erklärte er und gratulierte zum 100. Geburtstag. Stadtpfarrer Dr. Ulrich Lindl zitierte in seiner launigen Rede Martin Luther und verglich die im Verhältnis zur langen Stadtgeschichte eher kurze Historie der Lutheraner in Weilheim. Auch für den katholischen Kollegen ist das gute ökumenische Miteinander eine „gelebte Normalität“. Stadtpfarrer Lindl wünschte weiterhin ein gutes Zusammenwachsen.

Im Anschluss wurde das Jubiläum der evangelisch-lutherischen Gemeinde bis in den späten Abend hinein fröhlich gefeiert. Von Georg Müller

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