Zukunft unklar

EVG-Märkte wegen Insolvenz geschlossen

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Ein Schild am Tor des Altenstadter EVG-Markts weist auf den Grund für die aktuelle Schließung hin.

Altenstadt/Bernbeuren - Wer die EVG-Märkte in Altenstadt und Bernbeuren besuchen will, steht derzeit vor verschlossenen Toren. Ob die Filiale bald wieder öffnet, ist fraglich. Bei der Ein- und Verkaufsgenossenschaft (EVG) mit Sitz im Unterallgäuer Erkheim läuft ein Insolvenzverfahren.

Bereits Ende August hatte die EVG beim Amtsgericht Memmingen einen Antrag auf Eigenverwaltung gestellt. Grund für diesen Schritt waren Liquiditätsengpässe. Die Finanz- und Strukturprobleme seien jedoch so tiefgreifend gewesen, dass sie in der Kürze der Zeit nicht in ausreichendem Maß beseitigt werden konnten, heißt es in einer Pressemitteilung. Trotz intensiver Bemühungen und einer Vielzahl von Gesprächen sei kein Investor bereit gewesen, eine Gesamtlösung zu realisieren.

Das hat Folgen für die Mitarbeiter des Agrarhandels. 193 Beschäftigte müssen gehen. Sie wurden darüber bereits in einer Betriebsversammlung informiert. Die Maßnahme sei unumgänglich gewesen, da die Genossenschaft ohne einen Investor nicht wirtschaftlich betrieben werden könne, erklärt Insolvenzverwalter Thomas Karg.

Für eine Vielzahl der 16 Märkte kommen nun laut Pressemitteilung Insellösungen in Betracht. Im Rahmen des regulären Insolvenzverfahrens sollen die einzelnen Filialen an Einzelinteressenten veräußert werden. Unterschriftsfähige Angebote liegen aber noch nicht vor. Erst 2008 hatte die EVG die Raiffeisen-Lagerhäuser in Altenstadt und Bernbeuren übernommen und seitdem als eigene Filialen weiterbetrieben.

Die Märkte bleiben nun erst einmal geschlossen, "um die notwendigen Maßnahmen strukturiert vorzubereiten und den möglichen Interessenten ungestörten Zugang zu den einzelnen Geschäftsräumen zu ermöglichen".

„Ich danke allen Beteiligten und vor allem der Belegschaft für ihren unermüdlichen Einsatz in den vergangenen Wochen. Leider ist es uns nicht gelungen, eine Gesamtlösung für die Genossenschaft zu realisieren. Die aufgelaufenen Finanz- und Strukturprobleme waren dafür zu gravierend“, so die bisherige Sanierungsvorständin Martina Hengartner.

Die erste Gläubigerversammlung, im Rahmen derer die Gläubiger über den bisherigen Verfahrensverlauf, die Ursachen der Krise und das geplante weitere Vorgehen der Insolvenzverwaltung informiert werden, findet am 19. Januar in der Memminger Stadthalle statt. Neben den Gläubigern können auch die Genossen der EVG daran teilnehmen.

Die EVG Erkheim wurde 1963 gegründet. Das Produktangebot hatte sich ursprünglich auf die Versorgung der Landwirtschaft mit Betriebsmitteln für Haus und Hof konzentriert. Im Laufe der Jahre wurden das Artikelprogramm und die Betätigungsfelder kontinuierlich erweitert.

Die Genossenschaft hat derzeit rund 10400 Genossenschaftsmitglieder und ist an 16 Standorten in Erkheim, Ruderatshofen, Unterweilbach, Babenhausen, Eisenharz, Sulzberg, Altshausen, Altenstadt, Bernbeuren, Scheffau, Lamerdingen, Hurlach, Lechbruck, Igling sowie zweimal in Kimratshofen vertreten.

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