"EinstellungsSache – Jobs für Eltern“ – Jobcenter wirbt für Alleinerziehende

Fachkräfte von morgen

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Barbara Waliczek (li.), Helmut Guggenmos (re.) und Tobias Herz (2.v.re) freuen sich mit den Frauen, die eine Ausbildungsstelle gefunden haben.

Weilheim – Gerade vor dem Schulabschluss oder mitten in der Ausbildung und dann schwanger. Viele junge Frauen wissen in solchen Situationen nicht, wie es weiter gehen soll und rutschen in Hartz IV ab. Hilfe für Alleinerziehende gibt es vom Jobcenter. Fünf Frauen, die den Sprung in die Ausbildung geschafft haben, erzählten dort kürzlich von ihrem Erfolg.

„Alleinerziehende müssen mit vielen Vorurteilen kämpfen“, weiß Barbara Waliczek, die Beauftragte für Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt im Jobcenter. Sie versucht, alleinerziehenden Frauen beim Schritt auf den Arbeitsmarkt zu helfen, denn die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist „harte Anstrengung und bedarf guter Vorbereitung“. Der Lernstoff ist der gleiche, aber die Frauen müssen ihn in kürzerer Zeit erarbeiten. 

Diana Gabauer hat es geschafft. Sie ist eins der Vorzeigebeispiele. Die Pollingerin hat zwar Arzthelferin gelernt, die Ausbildung aber nicht abgeschlossen. Ihre Töchter sind vier, sechs und 13 Jahre alt. Nun geht die 36-Jährige mit großen Schritten auf ihren Traumjob zu. Sie macht gerade eine Ausbildung zur Kinderpflegerin. Seit sie wieder die Schulbank drückt, hat sich viel verändert. „Es musste erst Struktur in den Alltag kommen“, sagt die junge Frau. Dennoch meistern sie ihr neues Leben gut und auch die Kinder unterstützen sie. „Ich hab es mir stressiger vorgestellt“, sagt Gabauer. Auch ihre älteste Tochter findet es toll, dass ihre Mama nun gemeinsam mit ihr Hausaufgaben machen kann. Das Lernen muss dennoch manchmal hinten anstehen. „Die Kinder sollen ja nicht zu kurz kommen“, sagt die angehende Kinderpflegerin. „Manchmal fang ich erst nach 21 Uhr an.“ 

Die Ausbildung für die Alleinerziehenden dauert genau so lange, wie eine reguläre Ausbildung auch. Allerdings arbeiten die Frauen in der Woche nur etwa 25 bis 27 Stunden. Offiziell zählt die Ausbildung als verlängerte Umschulung. Die Berufsschule wird dennoch in Vollzeit absolviert. „Zunächst waren die Schulen skeptisch und einige Gespräche notwendig“, erinnert sich Helmut Guggenmos, Leiter des Jobcenters. Die Schulen sind aber kulant, wenn eine Mutter nicht pünktlich kommt, weil sie ihr Kind noch in der Kita abliefern muss. Auch bei den Arbeitgebern und den Kollegen braucht es viel Verständnis. 

Bäcker Tobias Herz aus Altenstadt hatte aber nur kurz Bedenken. Bei ihm lernt Nicole König, die eine zweijährige Tochter hat. „Ich seh das als soziale Aufgabe“, sagt Herz, „außerdem kann man durch Ausbildungen dem Fachkräftemangel vorbeugen.“ Guggenmos und Waliczek wünschen sich, dass noch mehr Arbeitgeber dem Beispiel folgen und Alleinerziehenden die Chance zu einer Ausbildung geben. Die positiven Erfahrungen sprechen für sich. „Die Frauen, die eine Chance bekommen, erweisen sich oft als treue und zuverlässige Mitarbeiterinnen. Auch für die Zukunft.“ 

 Wer mehr über die Ausbildungsprojekte des Jobcenters wissen will oder Stellen anbieten möchte, kann sich unter barbara.waliczek@jobcenter oder direkt im Jobcenter unter Tel. 0881/991777 melden.

Ursula Gnadl

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