Mit 400 PS die Favoriten düpiert

Der Vorjahressieger der „Rallye Oberland“, Hermann Gaßner sen., ist zwar entthront. Der Titel bleibt dennoch in Familienbesitz. Filius Herrmann Gaßner jun. profitierte von einem Patzer seines Vaters.

Dieser kam von der Strecke ab und handelte sich einen Rückstand von fünf Minuten ein. Auch ein weiterer Favorit wurde seiner Rolle nicht gerecht: Olaf Dobberkau aus Schleusingen, der im letzten Jahr mit seinem orangefarbenen Porsche 911 GT3 Schnellster auf dem Berg war, wurde mit einem Zeitverlust von 42 Sekunden nach hinten gereicht. Ein zerstörtes Feldkreuz bei Oberschwaig auf dem Hohen Peißenberg trübt die positive Gesamtbilanz der „Rallye Oberland“ vom vergangenen Wochenende. Bei einer der zwei Wertungsprüfungen am Freitagabend auf den „Monte Rigi“ rutschte ein Teilnehmer von der Straße ab, wobei das über einhundert Jahre alte Kreuz aus Sandstein zu Bruch ging. Die Besitzer Georg und Michael Führer sprechen von einem „unwiederbringlichen Verlust“. Ludwig Dietl, Organisationsleiter der Rallye, will sich für eine schnelle Regulierung des Schadens einsetzen. Auch die Gemeinde Hohenpeißenberg ist laut Bürgermeister Thomas Dorsch bereit zu helfen. Welches Team den Unfall verursacht hat, war bis Redaktionsschluss nicht geklärt. Nach 13 Wertungsprüfungen und 144 gefahrenen Kilometern hatte der 20-jährige Shooting-Star in der Rallyeszene zusammen mit Beifahrerin Kati Wüsternhagen 25 Sekunden Vorsprung auf den schärfsten Verfolger Peter Corazza (Oelsnitz) mit Copilot Roland Bauer. Zehn Wertungsprüfungen holte sich Gaßner jun. in seinem rund 400 PS starken Mitsubishi Lancer Evo, dreimal hatte am Ende Corazza, der das gleiche Fahrzeug fuhr, die Nase vorne. „Ich kann es noch gar nicht begreifen. Auf den letzten drei Prüfungen war ich extrem aufgeregt. Wir waren während der ganzen Rallye am Limit“, freute sich Gaßner jun. nach dem erfolgreichen Kopf-An-Kopf-Rennen mit Corazza. Der Zweikampf zeichnete sich schon am ersten Tag ab, bei dem zweimal die Königsetappe auf den Hohen Peißenberg zu fahren war. Bei der zweiten Fahrt auf den Monte Rigi erwischte es jedoch Gaßner sen.. Der dreifache Rallye-Sieger kam von der Strecke ab und handelte sich einen Rückstand von fünf Minuten ein, den er im Rennverlauf nicht mehr aufholen konnte. Auch Olaf Dobberkau (Schleusingen), der im vergangenen Jahr mit seinem orangen Porsche 911 GT3 der Schnellste auf dem Berg war, wurde mit einem Zeitverlust von 42 Sekunden weit nach hinten durchgereicht und landete in der Endwertung als einer der Favoriten nur auf Platz fünf. Aus nach Motorschaden Noch schlimmer erwischte es Mark Wallenwein und Carsten Mohe, die nach einem Motorschaden ganz aufgeben mussten. Das gleiche Schicksal ereilte auch die Lokalmatadore Robert Schilcher und Johann Bußjäger (MSC Bayerischer Rigi). Auf Platz zwölf liegend war für sie und ihrem Kadett GSI nach Etappe zwei vorzeitig Schluss. Letztlich kamen auch nur 43 Teams der 55 gemeldeten bei der anspruchsvollen Rallye, die vor allem bei der längsten Etappe in Wildsteig das ganze fahrerische Können abverlangte, in die Wertung. Erneut großer Zuschauerzuspruch herrschte am Samstag-nachmittag bei der Prüfung auf dem Altenstädter Rundkurs. Zahlreiche Motorsportfans verfolgten dort die Vorstellung der deutschen Rallye-Elite. Bei der anschließenden Siegerehrung in der Peitinger Schlossberghalle gab es jedoch nicht nur für die erfolgreichen Piloten Pokale und Ehrungen. Auch Organisationsleiter Ludwig Dietl (Peiting) und seine Frau Helga erhielten für ihr Engagement aus den Händen von Rennleiter Robert Schedel und der zweifachen Rallye-Weltmeisterin Isolde Holderied (Bad Bayersoien) einen Reisegutschein.

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