Pläne für Peitinger Bahnhofsareal vorgestellt

Wohnen, Einkaufen, Gewerbe, Kino

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So stellt sich die Firma Haseitl die Entwicklung nördlich und südlich der Bahnhofstraße vor.

Peiting – Ein Quartier mit 73 Wohnungen sowie Reihenhäusern und Stadthäusern für 250 Menschen auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände, auf der anderen Straßenseite ein Kino mit fünf Sälen, eine Parkgarage, ein Einkaufsmarkt und Platz für kleines Gewerbe: Das sind die Vorstellungen, wie die Firma Haseitl Bau (Schongau) das Areal im Bereich des Peitinger Bahnhofs entwickeln möchte. Die Pläne sind von Architekt Rudolf Schlamberger und von Geschäftsführer Peter Schrehardt vorgestellt und im Marktgemeinderat ausführlich diskutiert worden. Wird es für Peiting städtebaulich der große Wurf?

Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Denn die Marktgemeinderäte befassen sich in der Sitzung Ende Juli noch mit den Vorstellungen eines zweiten Anbieters, der aus dem Raum München kommt. Dieser möchte, so erklärt Bürgermeister Asam auf Anfrage des Kreisboten, ausschließlich Vorschläge für eine Wohnbebauung auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände machen, nicht jedoch für das Gelände an den Gleisen. Danach werden die Gemeinderäte spätestens im September beschließen, an welche der zwei Firmen das Areal des ehemaligen Bundeswehr-Depots und die Flächen am Bahnhof zu welchem Preis verkauft werden. Dazu wird ein städtebaulicher Vertrag abgeschlossen, worin die Gemeinde auch ein Belegungsrecht für Sozialwohnungen festschreiben kann.

Geschäftsführer Schrehardt verdeutlichte vor den Gemeinderäten, dass die Firma Haseitl sowohl den Wohnbau auf dem früheren Bundeswehr-Gelände zusammen mit den gewerblichen Immobilien (Kino, Parkgarage, Einkaufsmarkt) als ein Paket sieht. „Es kommt für uns nicht in Frage, nur den Wohnbau bzw. eine Seite zu realisieren“, fügte er hinzu. Die Firma habe die wirtschaftlichen und technischen Möglichkeiten, sowohl das Wohnquartier als auch den Bereich fürs Gewerbe (wo einige Flächen noch erworben werden müssen) zeitgleich durchzuführen.

Bürgermeister Michael Asam sagte eingangs, dass die Marktgemeinde Peiting wegen der Entwicklung des Geländes alle Wohnbaufirmen aus der Gegend eingeladen und um Pläne für die Entwicklung des Geländes am Bahnhof gebeten habe. Zwei seien übrig geblieben: eine Firma aus dem Mittelzentrum, nämlich Haseitl Bau, und ein anderer Anbieter von auswärts. Die anderen hätten abgelehnt.

Vom Kino am Bahnhof bis zu den gewerblichen Flächen sollen, wie Architekt Rudolf Schlamberger darstellte, auf zirka 7000 Quadratmeter fünf Gebäude zwischen den Gleisen und der Bahnhofstraße errichtet werden. Südlich der Straße könnten auf dem 13 700 Quadratmeter großen Gelände mehrere Komplexe mit Wohnungen zum Mieten und Kaufen entstehen. Auf der Südseite könnten sieben Reihenhäuser errichtet und eventuell im Einheimischenmodell vergeben werden. Weiter westlich sei Platz für moderne Stadthäuser mit kleinen Gärten.

Potenzial für fünf Säle mit bis zu 400 Plätzen 

Geschäftsführer Schrehardt hob hervor, dass die Mietwohnungen für sozial Schwächere im Standard durchaus vergleichbar seien mit Wohnungen, die frei verkauft werden. Alle seien barrierefrei erreichbar. Was das Kino angehe, sehe er ein Potenzial für fünf Räume mit bis zu 400 Plätzen; dies sei wirtschaftlich darstellbar. Zum Stichwort Einkaufen erklärte Schrehardt, man sei mit Edeka im Gespräch.

Zur zeitlichen Schiene sagte er, dass von Dezember 2016 bis Sommer 2017 die Abbrucharbeiten erfolgen sollen. Eine Fertigstellung der Wohnungen und der Häuser, aber auch der gewerblichen Bauten am Bahnhof sei bis 2019 möglich.

Breiten Raum nahm die Diskussion ein. Dabei ging es auch um Punkte wie die Gebühr für die Parkgarage am Bahnhof (die Rede war von einem Euro je Tag). Auf dem oberen Deck der Parkgarage sollen Plätze vermietet oder verkauft werden. Michael Deibler nannte das Gesamtkonzept mit Kino und Supermarkt „sehr verlockend“.

Andreas Barnsteiner betonte, ihm sei ganz wichtig, dass die Anlagen und Häuser mit Pult- oder Satteldächern versehen werden. Es müsse ein Augenmerk auf einen „sanften Übergang“ von den Bergwerkshäusern zu den Anlagen entstehen. Es dürfe kein „modernes Wohnghetto“ entstehen. Kinder sollten nicht inmitten von Beton, Stahl und Glas aufwachsen.

Johannes Jais

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