Stadt startet Projekt "Schongau bewegt sich: Die Altstadt geht voran!"

Jeder Schritt zählt

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Ein Armband, das Schritte zählt: Der Fitnesstracker Vivofit von Garmin.

Schongau – Parkplätze in der Schongauer Altstadt sind kostbar, denn ihre Anzahl ist beschränkt. Unter dem Motto „Schongau bewegt sich: Die Altstadt geht voran!“ will die Stadt jetzt einen spielerischen Anreiz schaffen, um jenen, die in der Altstadt arbeiten, die Nutzung der außerhalb der Stadtmauer liegenden kostenfreien Parkplätze schmackhaft zu machen.

Dass ein Bürgermeister in vielen Dingen eine Vorbildfunktion hat, dem ist sich Falk Sluyterman durchaus bewusst. Und so stapft das Stadtoberhaupt jeden Morgen tapfer vom Parkplatz an der Fanschuhstraße hinauf in die Altstadt. Doch längst nicht jeder, der wie Sluyterman seinen Arbeitsplatz im historischen Zentrum Schongaus hat, stellt sein Auto außerhalb der Stadtmauer ab. Immer wieder könne er beobachten, wie Mitarbeiter in unmittelbarer Nähe ihrer Arbeitsstelle parken, sagt der Bürgermeister. Was für diese bequem ist, stellt für die Stadt ein Problem dar. Denn je mehr Parkplätze auf diese Weise belegt sind, umso weniger stehen für Kunden und Touristen zur Verfügung. Mit negativen Folgen. „Zeitweise ist die Parkplatznot in der Altstadt offenbar ihr wichtigstes Alleinstellungsmerkmal, das von allzu Vielen immer wieder bevorzugt kommuniziert wird“, beklagt Sluyterman. Inzwischen sei das Thema dadurch zum „Abschreckungsmerkmal par excellence“ geworden.

Doch wie bringt man die Altstadt-Beschäftigten dazu, ihre Autos vor den Toren der Stadt zu parken? Mit dem neuen Parkraumkonzept, dass demnächst eingeführt wird, versucht es die Stadt zum einen über den Geldbeutel. Zwar darf man künftig überall eine Stunde kostenlos stehen, danach allerdings muss gezahlt werden. Die von vielen genutzte Möglichkeit, die Parkscheibe einfach weiterzudrehen, fällt weg.

Noch mehr Erfolg verspricht sich Wirtschaftsförderin Yvonne Voigt allerdings davon, die Mitarbeiter spielerisch für einen längeren Fußmarsch zu begeistern. Das Projekt trägt den Namen „Schongau bewegt sich: Die Altstadt geht voran!“ und funktioniert so: Die Teilnehmer erwerben einen sogenannten Fitnesstracker, also ein Armband, das die zurückgelegten Schritte zählt. Die Daten werden gesammelt und auf einer Webseite veröffentlicht, wo jederzeit der aktuelle Stand einzusehen ist. Jeweils fünf Teilnehmer bilden ein Team. Unternehmen können so auch mehrere Gruppen ins Rennen schicken. Auch geschäft­sübergreifende Teams sind laut Voigt möglich. „Wir wollen die Leute so dazu animieren, zu Fuß hinauf in die Altstadt zu gehen.“ Echte Preise winken den gehfreudigsten Mannschaften allerdings nicht. „Es ist kein richtiger Wettbewerb“, erklärt die Wirtschaftsförderin, schließlich lasse sich nicht überprüfen, wie und wo die Strecken zurückgelegt werden, denn jeder Teilnehmer könne das Gerät natürlich auch in der Freizeit tragen. „Es geht hier eher um Teambuilding und den Gesundheitsaspekt.“ Letzterer ist der Grund dafür, dass sowohl die AOK als auch die Krankenhaus GmbH bereits erklärt haben, das Projekt unterstützen zu wollen.

Gemeinsames Ziel

Um die Teilnehmer anzuspornen und bei der Stange zu halten, soll es ein gemeinsames Ziel geben. Vorstellbar wäre, dass man etwa die Entfernung zu den Alpen in Schritte umrechne, nennt Voigt ein Beispiel. Auch Etappenziele seien denkbar.

In dieser Woche hat die Stadt alle rund 200 Unternehmen in der Altstadt angeschrieben und sie in dem Schreiben über das Projekt informiert. Auch zur Werbegemeinschaft, dem Bund der Selbstständigen sowie dem Handelsverband hat Voigt bereits Kontakt aufgenommen, denn natürlich soll sich der Einzelhandel mit Aktionen und Events beteiligen. Als nächstes soll nun ein Workshop stattfinden, in dem die einzelnen Details geklärt werden. Anschließend erfolgt die Anmeldung. „Wenn wir 100 Teilnehmer motivieren können, wäre ich sehr froh“, sagt die Wirtschaftsförderin. Als Hürde könnte sich allerdings erweisen, dass die Schrittzähler nicht ausgeliehen, sondern erworben werden müssen. Das propagierte Gerät Vivofit von Garmin schlägt mit 59 Euro zu Buche. Voigt setzt darauf, dass Unternehmen ihren Mitarbeitern einen Zuschuss gewähren.

Starten soll das Projekt voraussichtlich im Oktober. Als Laufzeit sind erst einmal vier Wochen vorgesehen. Sollte die Aktion ankommen, kann sich die Wirtschaftsförderin vorstellen, sie im nächsten Jahr auf ganz Schongau auszu- dehnen.

von Christoph Peters

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