Knapp 70000 Euro für Projekte im Landkreis

Bergbau im Pfaffenwinkel lebt auf

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Der Hauptstollen Hohenpeißenberg.

Landkreis - Der Bergbau ist lebendige Geschichte des Pfaffenwinkels, die mit der Region und der Bevölkerung seit Generationen fest verwurzelt ist. Mehrere Projekte sollen diese Verbundenheit nun zum Ausdruck bringen. 

Kohlehunte an den Ortseingängen von Hohenpeißenberg, Peiting, Peißenberg und Penzberg sind ein sichtbares Symbol der bis heute gelebten Traditionen und des Zusammenhalts der Bergknappen. Dieses Engagement wird nun mit zwei weiteren Bergbauprojekten mit Fördergeldern der EU aus dem Leader-Programm unterstützt.

Erlebnisbergwerkin Peißenberg 

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Kempten hat grünes Licht für die Projekte „Schwarzes Gold am Rigi“ in Hohenpeißenberg und das „Erlebnisbergwerk“ in Peißenberg gegeben. Somit fließen weitere 70000 Euro EUMittel in die Region der Lokalen Aktionsgruppe Auerbergland- Pfaffenwinkel (LAG AL-P).

Schwarzes Gold am Rigi 

Zahlreiche Besucher werden jährlich von der Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt auf dem Hohenpeißenberg angezogen, die sich auf dem Berg auch über die Wetterstation informieren können. Nun soll die Bergbaugeschichte des „Bayerischen Rigi“ als Attraktion hinzukommen.

Neben dem Aufstellen eines historischen Schachthäuschens und eines Informationspavillons wird erstmals der Hauptstollen für die Besucher begehbar gemacht. Das Regionalmanagement des Landkreises Weilheim- Schongau weist darauf hin, dass „wesentliche Ausbauarbeiten in Eigenleistung von Mitgliedern des Knappenvereins verrichtet werden“.

Seit einigen Monaten wird hier schon aktiv gearbeitet, teilt das Regionalmanagement mit. Der Hauptstollen bietet die Möglichkeit für einen sanften Tourismus, bei dem vorindustrielle Bergbautechniken, Arbeitsweisen und der Lebensstil unserer Vorfahren veranschaulicht werden.

Als wichtige Zielgruppe werden dabei auch Kinder und Jugendliche genannt, für die eigens Helme und Grubenlampen beschafft werden. Im Rahmen des Heimatkundeunterrichtes können die Enge und die Dunkelheit dieses schweren Tagewerkes dann selbst erlebt werden.


Gestartet werden nun auch die geplanten Umbaumaßnahmen am Stollen in Peißenberg. Das AELF Kempten hat Anfang Mai die Leader-Fördergelder für das Projekt „Erlebnisbergwerk“ bewilligt. Geplant sind unter anderem die Erweiterung des Stollens um eine 200 Meter lange Schleife und eine kleine Elektro-Lok mit Personenwagen, die in den Tiefstollen einfährt.

Den Besuchern soll der Erlebnisbergbau mit vertiefenden Einblicken und Erläuterungen der wachsenden Industrialisierung am Beispiel der Bergbautechnik sowie der Arbeit der Bergleute bei der Kohlengewinnung, der Aufbereitung sowie der Kohlenveredelung und letztendlich der Verwendung näher gebracht werden.


Ende 2012 wurde für das Bergbaumuseum in Penzberg eine Leader-Förderung von 148000 Euro bewilligt. Die Eröffnung des neuen Museums ist für diesen Sommer geplant.

Was steht hinter der Bezeichnung Leader? Leader ist ein EU-Förderprogramm zur Entwicklung des Ländlichen Raumes (Leader: „Liasons entre actions de développement de l`économie rurale“).

Antragsberechtigt sind private und öffentliche Träger, die im Gebiet einer Lokalen Aktionsgruppe (hier LAG Auerbergland- Pfaffenwinkel) liegen. Die Lokale Aktionsgruppe Auerbergland- Pfaffenwinkel e.V. wurde im Herbst 2008 gegründet (wir berichteten). Die Geschäftsstelle ist am Regionalmanagement des Landkreises in Schongau am Schlossplatz 1 angesiedelt.

Der Lenkungsausschuss ist das Entscheidungsgremium in der Region, das die verschiedenen eingebrachten Projektvorschläge befürworten muss, bevor für diese die Fördermittel beantragt werden können.

Die Bewilligungsstelle für die Leader-Projekte hat ihren Sitz am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kempten, das auch für die Betreuung die vier Allgäuer LAGen zuständig ist.

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