Forum Pfaffenwinkel eingeweiht

Ausbau mit Weitblick

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Saal mit Aussicht: Wer den neuen sechsten Stock der Raiffeisenbank in Peiting betritt, kann seinen Blick in die Ferne schweifen lassen.

Peiting – Nach gut eineinhalb Jahren Bauzeit wurde vergangenen Freitag das neue Forum Pfaffenwinkel seiner Bestimmung übergeben und eingeweiht.

Im sechsten Stock des Raiffeisenbankgebäudes schufen die beteiligten Firmen aus Peiting und der Region ein weithin sichtbares Bekenntnis zum Standort der Raiffeisenbank Pfaffenwinkel aus Holz, Glas und Stahl und fügten der Peitinger Skyline einen neuen Baustein hinzu. Für rund 2,5 Millionen Euro entstand ein Veranstaltungssaal mit modernster Technik, ein barrierefreier Zugang und ein neuer Rettungsweg. Als Logo verband der Altenstadter Künstler Paul Reßl Kunst und Kultur sowie Natur zu einem gefälligen Schriftzug.

Schon vor inzwischen fünf Jahren habe man mit den Planungen für das Forum begonnen, erinnerte Vorstand Stephan Rupprecht bei der Einweihung. Neben der regelmäßig wiederkehrenden Sanierung des Flachdaches, sei es auch um das Platzproblem in dem 1974 gebauten Gebäudes gegangen. Bergwerk, so heißt jener Raum im Keller, in dem bislang die Mitarbeiter geschult oder Weiterbildungsmaßnahmen abgehalten wurden. Klein, ohne Tageslicht und frische Luft nicht unbedingt optimal. Für eine Vertreterversammlung oder Tagungen mussten immer wieder, zumeist fremde Räume, gefunden werden. Weshalb die Idee reifte, das fünfstöckige Gebäude nach oben hin zu erweitern und dabei den einen oder anderen Synergieeffekt zu nutzen.

Nachdem der Gemeinderat, stellvertretend war der zweite Bürgermeister Franz Seidl gekommen, die Planungen befürwortet hatte, stand Michael Riedle vor der Herausforderung, die Planungen umsetzen. Insbesondere musste der Architekt die aus dem Jahr 1974 stammenden Gebäudestruktur mit der modernen Bauweise zusammenführen. Neben dem Veranstaltungssaal selbst galt es auch einen neuen Zugang zum obersten Geschoss schaffen, der gleichzeitig als zweiter Rettungs- und Fluchtweg dient. Neben dem Fundament für den Aufzug wurde auch ein neues Blockheizkraftwerk im Kellergeschoss installiert, über das das Haus mit Strom und Wärme versorgt wird und das sich so in fünf Jahren rentieren soll.

Im Kostenrahmen

2,5 Millionen Euro kostete das Projekt. Rupprecht war es dabei wichtig zu betonen, dass man nicht nur im Kostenrahmen geblieben sei, sondern auch, dass, bis auf die Aufzugsfirma und den Hersteller der Funktionsdecken, alle Gewerke innerhalb der Region vergeben wurden. Damit würden die Firmen, die man vielleicht sogar als Bank betreue, von diesem Neubau und dem Auftrag dazu, selbst wieder profitieren, war sich Rupprecht sicher. Ein Engagement, das auch Kreiskämmerer Norbert Merk, der für die verhinderte Landrätin gekommen war, honorierte. Wie Seidl nannte auch Merk den Neubau ein Bekenntnis zum Standort Peiting. Diese namhafte Investition zeige, dass die Bank bemüht sei, den wirtschaftlichen Erfolg fortsetzen zu wollen und dass man Sorge trage für die Zukunft der Region.

So thront nun eine filigrane Holz- und Glaskonstruktion über dem Gebäude und macht es, zusammen mit dem Aufzugsturm, zu einer unverkennbaren Landmarke, die weit über die Marktgemeinde hinaus sichtbar ist. Nun sei auch die Zeit der Unannehmlichkeiten für die Mieter zu ende,so Rupprecht, die unter dem Baulärm und Dreck ebenso zu leiden hatten wie unter dem während der Bauphase undichten Daches. Nach der Verglasung von Saal und Treppenhaus ging es an den Innenausbau.

Viel Technik

Kaum ins Auge fällt die Technik, die das rundum verglasten Obergeschoss besonders macht. Da ist zum einen die spezielle Akustikdecke, die den Schall in dem fast 400 Quadratmeter großen Raum dämpft und so nicht nur Reden besser hörbar macht, sondern auch optimale Voraussetzungen für Konzerte schafft. Nicht sichtbar ist eine zweite, die Klimadecke, mittels derer das Raumklima gesteuert wird. So kann der Saal über diese Funktionsdecke beheizt oder gekühlt werden, je nach Außentemperatur. Außerdem wurde auch das Foyer mit seinen Holzverschalungen gebaut, eine 25 Quadratmeter große Catering-Küche eingerichtet, wo Speisen hergerichtet und erwärmt werden und Getränke und andere Vorräte gelagert werden können. Parallel entstand eine neue Toilettenanlagen im fünften Obergeschoss sowie die Technikräume.

Aus einem bankinternen Wettbewerb ging der neue Name hervor: Forum Pfaffenwinkel. Zu diesem sollte dann der Altenstädter Künstler Paul Reßl ein Logo kreieren. Heraus kam ein blauer Schriftzug, der mit einem, an einen Violinschlüssel und Bischofsstab erinnerndes F beginnt und in seiner Schreibweise die Alpenkette symbolisieren soll, die sich hinter der Peitinger Silhouette mit den beiden markanten Kirchtürmen im romanischen Stil und mit Zwiebeldach erhebt. Peiting selbst und auch das Raiffeisensymbol gründen sich wiederum auf dem Pfaffenwinkel.

Details, die auch die beiden Pfarrer Hans Speckbacher und Dirk Wollenweber zu würdigen wussten. Speckbacher bedankte sich ausdrücklich für die Gelegenheit, den Neubau in der christlich-abendländischen Tradition segnen zu können. Das gespendete Kreuz werde sicherlich einen besonderen Platz in dem, übrigens teilbaren, Saal finden, wo es künftig vor allem um Kunst, Kultur und Bildung gehen wird.

OIiver Sommer

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