Penzbergs zweiter Imam erntet auf dem Internationalen Friedensfest in Weilheim für seine klaren Worte Applaus

Es gibt keinen "heiligen Krieg"

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 Gemeinsam singen, gemeinsam tanzen und miteinander reden. Die Stimmung auf dem Internationalen Friedensfest im „Haus der Begegnung“ ließ niemanden kalt.

Weilheim – Christen und Muslime Seite an Seite, gemeinsam unverkrampft klatschend, singend und tanzend. Das erste Internationale Friedensfest im Gemeinde- saal im „Haus der Begegnung“ machte es wahr.

Die Initiative dazu kam von den Weilheimer Asylbewerbern selbst, die mit diesem Fest einmal „Danke“ sagen wollten für die freundliche Aufnahme. Auch die einzelnen Programmpunkte – Gedichte, Lieder, Tänze, Gestaltung der Pausen sowie eine Ausstellung im Foyer – hatten sie zusammengestellt. Mit so viel Vorleistung und kreativen Ideen hatte das Organisationsteam um Pfarrer Jost Herrmann, Anette Herrmann und Gudrun Grill ein leichtes Spiel mit dem Konzept.

Wie groß das Interesse an den hier lebenden Flüchtlingen aus Nigeria, Syrien und Äthiopien ist, belegte die Besucherzahl dieses Friedensfestes am vergangenen Sonntag. Es waren über 400 Gäste aus allen Generationen, die sich dicht an dicht in den geräumigen Gemeinde- saal drängten. Um dem großen Ansturm ein Ventil zu geben, hatten die Veranstalter für die später Gekommenen sogar noch die Flügeltüren geöffnet.

Das Motto „Frieden“ zog sich in Form von Ansprachen und Gedichten in den Muttersprachen Kurdisch, Edo und Yoruba wie ein roter Faden durch das Programm. Erzählt wurde vom Leben in der Heimat und von der Aufnahme in Weilheim.

Hier knüpfte auch das Projekt der Oberlandschüler an, die einen Film mit den Asylbewerbern gedreht hatten. Seine Aussage: „Wir reden nicht über, sondern miteinander.“

Penzbergs zweiter Imam Fikret Fazlic erhielt für sein Grußwort einen dreiminütigen Applaus. Seine Kernaussage „Es gibt keinen heiligen Krieg, sondern nur einen heiligen Frieden“ kam beim Publikum an. Für Jost Herrmann, der auch als Moderator dieser Veranstaltung fungierte, war das Fest ein voller Erfolg. „Anfangs waren wir skeptisch, doch die Resonanz übertrifft alle unsere Erwartungen. Es ist toll, was hier abgeht“, zog er in einer kurzen Pause begeistert Resümee.

Seine Wertung traf auch die Meinungen der Besucher. „Ich bin hier, weil ich einige Flüchtlinge persönlich kenne. Das Fest ist einfach super“, beschrieb eine Weilheimerin ihre Empfindungen.

von Georg Müller

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