BRK-Urgestein Paul Bittscheidt gibt Geschäftsführung an Hans Eberl ab

Führungswechsel beim Roten Kreuz

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Das Rote Kreuz als symbolisches Zeichen für den Dienst am Nächsten: Paul Bittscheidt (li.) zieht sich aus seiner aktiven Zeit zurück und übergibt die Kreisgeschäftsführung an Hans Eberl. Re. im Bild der BRK-Kreisvorsitzende Bürgermeister Markus Loth.

Weilheim/Landkreis – Beim BRK-Kreisverband Weilheim-Schongau zeichnet sich in der Führungsebene eine personelle Änderung ab: Hans Eberl (53) wird zum 1. November die Aufgaben des langjährigen Kreisgeschäftsführers Paul Bittscheidt (62) übernehmen.

Gesundheitliche Gründe zwingen Bittscheidt zu diesem Schritt, wie er vergangene Woche bei einem Gespräch im Weilheimer BRK-Haus bekanntgab. Offiziell wird der 62-Jährige, der dieses Amt seit 2001 inne hat, am 27. Februar 2015 im Weilheimer Stadttheater feierlich verabschiedet, wie der BRK-Kreisvorsitzende und Weilheimer Bürgermeister Markus Loth verlauten ließ. „Diese Position ist wichtig, wir wollten sie schnell nachbesetzen und klare Verhältnisse schaffen“, begründete Loth die vorzeitige Präsentation von Bittscheidts Nach- folger.

Eberl ist beim BRK kein ungeschriebenes Blatt, sondern ein „echtes Rotkreuzgewächs“, wie er selbst launig feststellte. Seit Jahrzehnten bringt er sich im Nachbarlandkreis Bad Tölz-Wolfratshausen ehren- und hauptamtlich in die Rotkreuzarbeit ein, stand dort bereits in den Jahren 2000 bis 2011 der Kreisgeschäftsstelle vor. Als er am 1. Januar 2014 zu Bittscheidts Stellvertreter bestellt wurde, brachte Eberl aus seiner freiberuflichen Tätigkeit reichlich Erfahrung im Rechnungswesen mit. „Man muss vor diesem Job den Hut ziehen. Sie ticken für das Rote Kreuz und sind ein Glücksgriff für uns“, konstatierte ihm Loth.

Beim scheidenden Bittscheidt – ein gelernter Landmaschinen- und Flugzeugmecha- niker – handelt es sich um ein BRK-Urgestein. Seine Mitgliedschaft in dem Wohlfahrtsverband, der auf Landesebene wiederholt mit Skandalen in die Schlagzeilen geraten war, begann 1975. Seit 1980 ist der 62-Jährige dem BRK-Kreisverband hauptberuflich verbunden und übernahm verschiedene Leitungsfunktionen. „Aus der aktiven Zeit im Rettungdienst bleibt einem vieles im Kopf zurück“, stellte er nachdenklich fest. Als wichtiges Projekt seiner Amtszeit nannte Bittscheidt den Erhalt der Rettungsleitstelle Weilheim. Stolz stellte er fest, dass der „schlagkräftige BRK-Kreisverband“ oberbayernweit hohes Ansehen genießt. Zentrale Ausbildungen finden in Weilheim statt.

Neben den Einsatzdiensten („Blaulicht und Blut“) und der Stärkung ehrenamtlicher Strukturen sieht der künftige Geschäftsführer neue Aufgaben im Bereich der Wohlfahrts- und Sozialarbeit. Das Generieren von Nachwuchs ist vor allem seit dem Wegfall der Zivildienstes ein Thema. „Sie waren eine wichtige Nachschubquelle. Über 80 Prozent blieben uns erhalten“, sagte Bittscheidt. Mit der Bewusstseinsförderung wird früh angesetzt. Zwei Mitarbeiterinnen, berichtete Eberl, sind verstärkt in Kindergärten und Schulen unterwegs.

Der neue Kreisgeschäftsführer appellierte an die Bereitschaft der Ehrenamtlichen zur Weiterqualifizierung. Das kostet Freizeit, wie nachfolgendes Beispiel zeigt: Die theoretische Ausbildung zum Rettungssanitäter umfasst 520 Stunden. Ohne den Einsatz ehrenamtlicher Hintergrunddienste und die über 13 000 Fördermitglieder wäre die BRK-Arbeit im Landkreis nicht zu stemmen, betonten Bittscheidt und Eberl.

Von Maria Hofstetter

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