"Gemälde" zum Anfassen

Vor mehreren hundert Besuchern wurde am Samstag „Ein Kandinsky für Weilheim“ eröffnet. Vom acht Meter hohen Aussichtsturm aus betrachtet wirken die bunten Platten auf dem Marienplatz mit den Passanten wie ein eigenes Kunstwerk.

Doch auch wer „nur“ über die weltgrößte Kandinsky-Kopie schlendert und nicht das Motiv erkennt, der ist von der Farbigkeit beeindruckt. „Wenn ich zum Einkaufen gehe, bin ich beschwingt“, ver- riet eine gut gelaunte Margarete Lindner. Großartig findet die Weilheimer Seniorin, dass bei der Malaktion ganz Weilheim eingebunden wurde. Das bekräftigte Florian Lechner, der Initiator des Projektes. „Malende Schüler haben mit vorbeigehenden Passanten über Kandinsky gesprochen und wer nicht mitgezeichnet hat, ist schon über die bunten Steine gelaufen“, freute sich der Weilheimer Architekt. Gemeinsam mit Bürgermeister Markus Loth eröffnete er den Aus- sichtsturm, der laut Loth „bis Ende Oktober eine einmalige Perspektive“ bietet. Wem die acht Meter des Aussichtsturmes zu gering waren, der hatte am Samstag die Möglichkeit, einen Blick auf die Kandinsky-Kopie vom Balkon des Weilheimer Kirchturmes zu erhaschen. Auf den 8332 Steinplatten des Marienplatzes wurden binnen vier Wochen 39 Farben von zirka 500 Schülern Weilheims aufgetragen. Sie zeigen das vom russischen Künstler 1909 gezeichnete Ölbild, das den Marienplatz mit seiner Häuserfassade und der Marienstatue zeigt. Die Entwicklung des Kunstprojektes ist nun auch im Weilheimer Stadtmuseum nachzuverfolgen. Weilheim ist im Kandinsky-Fieber. Das wurde nicht erst durch den Jeder-Darf-Malen-Sonntag deutlich, bei dem eine Weilheimerin nach dem Kirchgang zirka 50 Quadratmeter gemalt habe, wie Lechner zu berichten wusste. Denn die Farbenvielfalt des Kandinskys kann mittlerweile auf Tassen, Taschen, T-Shirts aber auch Süßigkeiten bewundert werden. Die Aktion „Ein Kandinsky für Weilheim“, da ist sich Alfred Tkaczik aus Polling sicher, wertet die Kultur in Weilheim auf. „Die Farbtupferl in der Fußgängerzone sind etwas Besonderes“, ergänzte er. Die Farben tragen zudem etwas zur Sicherheit bei, ist Michael Schauer sen. sicher. „Viele Stolpersteine auf dem Marienplatz fallen nun noch mehr auf“, sagte der Rentner. is

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