Gemeinde Peiting kauft Raiffeisenbank-Haus am Hauptplatz

Gemeindeverwaltung statt Bankberatung

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Für rund eine halbe Million Euro hat die Gemeinde Peiting das Haus der Raiffeisenbank Pfaffenwinkel am Hauptplatz gekauft.

Peiting – Die Spatzen haben es bereits seit längerem von den Dächern gepfiffen, jetzt ist es fix: Die Raiffeisenbank Pfaffenwinkel schließt ihre Geschäftsstelle am Hauptplatz in Peiting zum 30. Juni 2017. Grund dafür ist der Verkauf des Gebäudes an die Gemeinde Peiting. Diese kann die Räumlichkeiten gut gebrauchen, denn im Rathaus mangelt es schon seit längerem an Platz.

Von einer „zukunftsweisenden Entscheidung“ sprach Bürgermeister Michael Asam, als er am Montag in einem Pressegespräch den hinter verschlossenen Türen gefassten Beschluss des Marktgemeinderats, die Immobilie zu erwerben, öffentlich machte. „Der Standort des Rathauses ist damit gesichert“, betonte der Gemeindechef.

Hintergrund des Kaufs ist der akute Platzmangel im Verwaltungssitz der Gemeinde. Es fehlt an Büros für Mitarbeiter und an Besprechungsräumen. Durch die Sanierungsarbeiten im Rathaus habe sich die Situation zuletzt noch einmal verschärft, sagte Hauptamtsleiter Stefan Kort. „Wir können noch nicht mal einen Azubi einstellen, weil wir gar keinen Arbeitsplatz für ihn hätten“, fügte Asam hinzu. Die beengten Verhältnisse würden regelmäßig auch von Bürgern kritisiert, die sich etwa über fehlende Wartebereiche beklagen. „Wir brauchen ein zeitgemäßes Rathaus, dass die Bürger entsprechend empfängt.“

Um dieses Ziel zu erreichen, wurden in den vergangenen Monaten mehrere Varianten durchgespielt. Diese reichten von einem kompletten Neubau auf dem bislang als Parkplatz genutzten Grundstück an der Poststraße bis zur Nutzung des Rathaus-Kindergartens oder des Remmel-Gebäudes.

In diesem Zug rückte auch das Haus der Raiffeisenbank am Hauptplatz in den Fokus. Bereits seit 1983 ist die Gemeinde dort Mieter, nutzt Teile des ersten Stocks (Bauamt) und des Dachgeschosses (Besprechungsraum). Asam, der im Aufsichtsrat des Kreditinstituts sitzt, fragte bei der Bank an, ob man sich vorstellen könne, das Gebäude an die Gemeinde zu verkaufen. Die Rückmeldung war positiv. „Wenn wir der Gemeinde helfen können, machen wir das gerne“, sagte Vorstand Mario Lindauer am Montag. Der Beschluss im Vorstand und im Aufsichtsrat fiel einstimmig. Die Mitarbeiter wurden bereits über die Entscheidung informiert.

Für die Bank macht der Verkauf durchaus Sinn. Gerade erst hat man die Hauptstelle in der Bahnhofstraße grundlegend saniert und erweitert. Diese bietet dementsprechend genug Platz für die bislang in der Geschäftsstelle am Hauptplatz beschäftigten fünf Mitarbeiter. Denn Kündigungen werde es durch die Schließung nicht geben, betonte Vorstand Stephan Rupprecht. „Wir werden unsere Kundenbetreuung nur auf einen Standort konzentrieren.“

Damit geht die Raiffeisenbank Pfaffenwinkel einen Weg, den die Kreissparkasse in der Marktgemeinde schon vor einigen Jahren beschritten hat. Dabei spielen natürlich auch die Kosten eine Rolle. Immer mehr Kunden nutzen Online-Banking und weniger die Filiale vor Ort. Schon jetzt sei deshalb abzusehen, dass sich zwei Geschäftsstellen auf Dauer nicht mehr rentieren, heißt es von Seiten der Bank. Ganz zurückziehen aus dem Peitinger Zentrum wird sich die Raiffeisenbank allerdings nicht. Ein Raum mit Geldautomaten, Kontoauszugsdrucker und dem Defibrillator bleibt im Gebäude bestehen. „In dem Fall sind dann wir der Mieter“, so Rupprecht.

Für das Gebäude muss die Gemeinde 506 000 Euro an das Kreditinstitut überweisen. Der Kaufpreis wurde von einem unabhängigen Gutachter ermittelt. Offizielle Übergabe ist der 1. Juli 2017. Ob die Gemeinde die Räumlichkeiten dann sofort bezieht oder erst umgebaut wird, ist noch offen. „Wir werden einen Architekten beauftragen, das Gebäude zu überplanen“, kündigte Asam an.

Christoph Peters

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