Geschichte erhalten – Freskenhof feiert 250. Geburtstag

Prof. Dr. Helmut Weber (Dipl. Chemiker) begleitete den Freskenhof die letzten Jahrzehnte und war bei den Anfängen der Restaurierung vor mehr als 40 Jahren mit dabei. F: Erhard-Kosian

Ein historisches Erbe zu wahren ist eine große Verpflichtung und Verantwortung. Diese Arbeit wurde nun mit der Jubiläumsfeier zum 250-jährigen Bestehen des Freskenhofs in Obereglfing ehrenvoll gewürdigt.

Die Feierlichkeit fand am Wochenende im Bibliothekssaal des Klosters in Polling statt. Der Hof ist unbestritten das bedeutendste Baudenkmal und zählt zu den ehrwürdigsten und ansehnlichsten Häusern des Landkreises. Das „Russenhaus“, wie es auch genannt wird, wurde im Jahre 1762 als Wohnsitz der russischen Kaufleute Joseph und Franziska Eleonora Dichtl erbaut. Das Restauratorenpaar Toni und Renate Mack erwarb den Freskenhof 1970 und rettete das Bauwerk dadurch vor dem drohenden Abriss. Mit viel Zeit und Liebe zum Detail wurde der marode Hof, der vorher zwölf Jahre leer stand, im Laufe der Jahre hergerichtet und restauriert. Inzwischen werden die Macks tatkräftig bei der Pflege des Denkmals und der Instandhaltung von Sohn Christian und Schwiegertochter Margot unterstützt. Die Methoden zur Erhaltung und Sanierung von Denkmälern waren vor 40 Jahren aus wissenschaftlicher Sicht noch nicht ausgereift, erklärte Prof. Dr. Helmut Weber, der einen Vortrag über Naturwissenschaft und Denkmalpflege hielt. Seinerzeit hat man sich viele Gedanken zur richtigen Instandhaltung von Bauwerken gemacht und so wurde 1976 die wissenschaftlich-technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege gegründet. Die WTA hat sich das Ziel gesetzt, die Forschung und deren praktische Anwendung auf dem Gebiet der Bauwerkserhaltung und der Denkmalpflege zu fördern. Viele Proben wurden an Bauwerken entnommen, um den Putz, das Mauerwerk, die Feuchtigkeit sowie den Salzgehalt zu überprüfen, so Weber. Mit den vorliegenden Ergebnissen wurde ein Konzept erarbeitetet und der heutige Sanierputz entwickelt, der inzwischen weltweit zum Einsatz kommt und so vor dem Verfall der Bauwerke schützt. Ohne Zusammenarbeit mit der Naturwissenschaft kann es keine Denkmalpflege geben, argumentierte Weber. Denn Denkmalpflege ist einfach eine Herzensangelegenheit.

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