Schreinerinnung Oberland präsentiert Gesellenstücke des Handwerkernachwuchses

"Spitzenleistung" der Schreiner

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Innungsvertreter und Kommunalpolitiker prämierten die Innungssieger Martin Schneider (sechster v. re.) und „Die gute Form“-Gewinner Sebastian Zech (siebter v.re.). Mit auf dem Foto: Stefan Andreas Rist (zweiter Platz beim Wettbewerb „Die gute Form“, vierter v.re.), Alicia Hechenrieder (dritter Platz, dritte v.re.) sowie Pirmin Mayr (Belobigung, zweiter v.re.) und Korbinian Simon (Belobigung, erster v.re.).

Weilheim – Wer am letzten Wochenende das Autohaus Medele besucht hat, der wird sich gewundert haben. In den Verkaufsräumen waren nicht etwa Mercedes-Limousinen zu bewundern, sondern hölzerne Möbelstücke wie Schreibtische, Sideboards und Truhen.

Wie schon in den vergangenen Jahren stellte der Handwerkernachwuchs der Schreinerinnung Oberland am Medele-Hauptsitz in Weilheim seine Gesellenstücke aus – und das war dem Hausherrn erneut eine „große Ehre“, wie Hans Medele bei der feierlichen Prämierung des Innungssiegers und der Wettbewerbsbesten betonte. „Mit Holz kann man wesentlich mehr kaschieren, als mit Metall. Bei uns in der Automechanik geht es stattdessen nur noch um Elektronik. Wir fertigen kaum noch etwas“, zollte Medele seine Hochachtung vor dem Schreinerhandwerk.

Auch die anderen Grußwortredner waren von den Ausstellungsstücken begeistert: „Sie haben eine Spitzenleistung gebracht“, lobte Weilheims dritte Bürgermeisterin, Angelika Flock, die erfolgreichen Gesellenprüflinge ebenso wie Innungs-Obermeister Anton Buchner: „Es sind hervorragende Stücke dabei. Da sieht man einen großen Unterschied zur Industriefertigung.“ Ins gleiche Horn stieß Innungsvorstandsmitglied Florian Klein: „Vom Handwerk kann man sich zur Kunst erheben, vom Ramsch nicht.“ Dank der guten Konjunktur herrsche im Schreinerhandwerk „beste Stimmung“: „Aber es geht um mehr“, betonte Klein: „Handwerk ist schöpferisch und konkret.“ Die Möbelindustrie betreibe stattdessen Raubbau an der Natur und produziere keine Individualität.

56 Teilnehmer, darunter fünf Frauen, haben sich heuer im Oberland der Gesellenprüfung gestellt – 54 davon erfolgreich. Unter anderem mussten die Absolventen theoretische Fachkenntnisse unter Beweis stellen und neben dem Gesellenstück eine Arbeitsprobe abliefern. Zum Innungssieger wurde heuer mit einem Notendurchschnitt von 1,5 Martin Schneider aus Berg-Höhenrain gekürt. Der 20-Jährige fertigte als Gesellenstück einen Schreibtisch an: „Ich habe mich gefragt, ‚was könnte ich für mich selber gebrauchen‘. Mein alter Tisch ist nämlich nicht mehr im optimalen Zustand“, schmunzelte der frischgebackene Geselle. Schneider macht das Schreinerhandwerk „sehr viel Spaß“, und er wird auch seinem Lehrbetrieb, der Schreinerei Völkl in Eberfing treu, vorerst bleiben: „Ich werde übernommen und möchte jetzt erst einmal Erfahrungen im Beruf sammeln“, so Schneider.

Den Innungswettbewerb „Die gute Form“ heimste in diesem Jahr Sebastian Zech ein – ebenfalls mit einem Schreibtisch. Der „Desk Linea“, so das Urteil der Jury, weise eine gelungene Form- und Farbgebung auf und entspreche bezüglich des Designs dem Zeitgeist. Zech selbst beschrieb sein Werk als „schlicht modern“, bezüglich der Materialwahl als „nachhaltig“ und als optisch „unaufdringlich“. Der 19-jährige Pähler peilt nun die Meisterschule an, später will er sich in Richtung „Design“ orientieren.

Von Bernhard Jepsen

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