Gesundheitsamt erklärt Aufgabenbereiche

Anlaufstelle für Schwangere

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Beim Pressegespräch v. li. die Sozialpädagogen Ronald Weber, Nina Striegler und Susanne Nabholz zusammen mit der Leiterin der Schwangerenberatungsstelle Petra Regauer und Dr. Karl Breu, Leiter des Gesundheitamtes Weilheim-Schongau. Nicht auf dem Bild: Sozialpädagogin Christina Huber.

Weilheim – Um „die Themen und Tendenzen in der Schwangeren- und Schwangerenkonfliktberatung“ zu erläutern, wurde vor Kurzem ein Pressegespräch im Landratsamt II veranstaltet.

„Jede schwangere Frau kann mit ihren Fragen zu uns kommen“, so Dr. Karl Breu, Leiter des Gesundheitsamtes, zu Beginn des Gespräches. Insgesamt 369 ratsuchende Schwangere waren diesem Angebot im Jahr 2015 gefolgt.

27 Prozent davon kamen zur Schwangerenkonfliktberatung. Laut Petra Regauer, Leiterin der Schwangerenberatungsstelle, hätte sie dabei keine Frau erlebt, die sich die Entscheidung zu einem Abbruch leicht gemacht hätte. „Die meisten Frauen schleppen das ein Leben lang mit sich rum.“

Um die Betroffenen vor solchen Folgen zu bewahren, wird unter anderem versucht, den Partner der Frau mit in die Trauerarbeit einzubeziehen und teilweise die Hilfe einer ärztlichen Therapeutin in Anspruch genommen. Zu ihr können die Frauen bis zu fünf Mal kostenlos gehen.

Um sich allgemein beraten zu lassen, fanden 43 Prozent den Weg in die Stainhartstraße. Zu den Aufgaben der allgemeinen Schwangerschaftsberatung gehört es mitunter, den Frauen Hilfe zu vermitteln oder ihnen bei finanziellen Fragen zu helfen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist dabei die psychosoziale Beratung, da sich während der Schwangerschaft oft Probleme wie mit Vermietern oder Arbeitgebern auftun können.

Nach der Geburt ließen sich 25 Prozent der Besucherinnen beraten. Die Schwangerenberatungsstelle ist für Kinder bis zu ihrem dritten Lebensjahr zuständig. Fünf Prozent der Frauen suchten für „sonstige Beratungen“ Hilfe.

Eine weitere Aufgabe der Stelle ist die Sexualpädagogik, deren Unterrichtseinheiten sich an achte Klassen richten. In ihr werden Themen wie Liebe, Partnerschaft und Hygiene besprochen. Mädchen und Jungen werden dabei gleich zu Beginn getrennt und bekommen jeweils einen Sozialpädagogen an die Seite gestellt. In der Gruppe wird dann mit Hilfe des „Methodenkoffers“, der viele verschiedene Aktionen beinhaltet, über die Punkte geredet. Wichtig sei es dabei, den Jugendlichen zu vermitteln: „Ihr seid okay, so wie ihr seid“, sagte Regauer. Außerdem sei es, laut Sozialpädagogin Nina Striegler, schön zu sehen, „dass das Thema die Schüler wirklich interessiert“. 2015 wurden mit der Maßnahme ungefähr 500 Schüler erreicht.

Des Weiteren ist die Schwangerenberatung eine anerkannte Stelle für die sogenannte vertrauliche Geburt. Das bedeutet, dass sich eine Frau anonym beraten lassen und auch anonym entbinden kann. Ihr Name wird in einem verschlossenen Umschlag ausschließlich dem Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben mitgeteilt. Dieser Umschlag wird nach dem 16. Geburtstag dem Kind der Betroffenen übergeben.

Die Schwangerenberatungsstelle ist auch vom Umzug des Gesundheitsamtes in die Eisenkramergasse 11 in das zweite und dritte Stockwerk des Sparkassengebäudes betroffen. Dort soll der Zugang für die Ratsuchenden „so einfach wie möglich“ sein, so Breu.

Von Sofia Wiethaler

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