"Galanacht der Travestie" bringt Glanz und Fantasie in die Weilheimer Stadthalle

Eine "Etwas frivole Parodie"

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Ikenna Amaechi: Sieht nicht nur genauso aus wie Whitney Houston, sondern hat auch fast eine Stimme wie die verstorbene US-Sängerin.

Weilheim – Schrill? Ja! Bunt und mit ganz viel Glitzer? Und wie! Die Galanacht der Travestie in der Weilheimer Stadthalle am vergangenen Freitag war für das Publikum außergewöhnlich und für den einen oder anderen auch ein bisschen ungewöhnlich.

Auf dem Weg in die Umkleidekabinen hängt in einem offenen Schrank ein langer silberner Vorhang, ein Hut mit großen bunten Federn liegt sich nebendran. In der Umkleide sind überall Koffer. In ihnen sorgfältig eingeräumt funkelnde Kleider, hautfarbene, schimmernde Strumpfhosen und hohe Schuhe. Puderquasten, bunter Lidschatten, schwarze Wimperntusche und falsche Wimpern liegen sorgfältig am Schminktisch aufgereiht. Für manche Frau klingt das nach einem wahren Traum! Der Kreisbote geriet aber nicht etwa hinter die Kulissen einer Misswahl, sondern besuchte die Künstler der Travestie-Show „Galanacht der Travestie“. 

Eine Stunde vor der Show machen sich die sieben „Damen“ für ihre Show fertig. „Das Schminken dauert vielleicht eine Stunde. Wenn ich schnell bin, eine halbe“, erklärte Ikenna Amaechi. Er – oder besser gesagt sie – ist eines der besten Whitney Houston Doubles weltweit. Ein amerikanischer Fernsehsender hatte sogar versehentlich ihre Bilder eingeblendet, anstatt die der echten Sängerin. 

Ihre Kolleginnen machen sich nebenan in der anderen Umkleide fertig. Sitzt die Perücke richtig? Die „Damen“, oder wie sie ihre Tourmanagerin Simone Lüdkte liebevoll nennt, „Tauben“, sind sehr routiniert und haben die Ruhe weg. 

Travestieshow in Weilheim

Fertig geschminkt hieß es dann Licht aus, Spot auf den goldenen Glitzerhintergrund an und los. „Wir sind, was wir sind“, begrüßten die „Ladies“ ihre Gäste musikalisch. „Unter dem Rock, kriegt keinen Schock“, warnten sie bereits in ihrer Eröffnungsnummer mit einem Augenzwinkern, „und lasst eure Vorurteile fallen.“ Das taten die Besucher, sofern sie welche hatten, auch. Sofort sprang der Funke über und vom Teenie bis zur 80-jährigen Omi wurde mitgeklatscht, mitgeschunkelt und mitgesungen. Und schon waren alle eingetaucht in die skurrile Glitzerwelt der Show. „Wir kriegen für jeden richtigen Ton Finderlohn“, hieß es. Doch was zunächst Ohrenschmerzen vermuten ließ, entpuppte sich schnell als stimmungsvolle Show. Auch wenn mancher Ton nicht ganz saß, tat dies der Stimmung keinen Abbruch. 

Ein Großteil der Lieder wurde ohnehin als Playback aufgeführt. Dadurch konnten sich die „Damen“ aber umso mehr auf ihre schauspielerische Leistung konzentrieren. Egal ob verkleidet als Helene Fischer, Nana Mouskouri, Heidi oder sogar Miss Piggy – in vielfältigen Rollen wussten die Verwandlungskünstler zu überzeugen. 

Doch auch brillanten Livegesang gab es bei manchen Liedern zu hören. So überzeugte vor allem die falsche Whitney Houston und auch „Madame Operette sich, wer kann“ trällerte gekonnt Paganini. 

Zur Erheiterung des Publikums gab es Wechselspielchen auf der Bühne und oftmals überraschende Interaktionen mit den Herren aus der ersten Reihe. Und die Show hörte auf, wie sie begann: Glitzernd, etwas übertrieben und mit tosendem Applaus.

Wie lange wohl das Abschminken dauert? „Na das geht am schnellsten, meine Lieben!“

Von Alma Jazbec und Ursula Gnadl

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