Glockeneinholung mit Erlebnisversteigerung, Gottesdienst und stimmungsvollem Orgelkonzert in Weilheim

"Drei kleine Wunder"

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Endlich angekommen: Die Einholung der neuen Glocken wurde mit einem Gemeindefest gebührend gefeiert.

Weilheim – Vor rund zwölf Jahren erhielt die Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt ihre neuen Glocken. Am vergangenem Sonntag zog die evangelische Apostelkirche mit drei neuen Bronzeglocken mit einem Gesamtgewicht von 1 560 Kilogramm nach.

Das Ereignis wurde im Rahmen eines großen Gemeindefestes mit der Vorstellung der Glocken, einer Erlebnisversteigerung, mit Gottesdienst und Orgelkonzert würdig begangen. Am frühen Morgen warteten, bereits 20 Minuten vor der geplanten Ankunft des Festwagens um 10 Uhr, fast 400 mit Regenschirmen ausgestattete Gemeindemitglieder und Bürger am Treffpunkt vor der Realschule. „Ich bin ein bisschen aufgeregt“, beschrieb Pfarrer Eberhard Hadem seinen Gemütszustand und sprach damit für alle Wartenden. „Wir könnten ja schon ein wenig singen“, schlug ein Chormitglied scherzhaft vor, stieß aber auf kein Gehör.

Der anschließend von der Weilheimer Stadtkapelle begleitete Marsch durch die Innenstadt gestaltete sich zu einem wahren Festzug. Die Glocken der Marienkirche läuteten zum Gruß, Menschen applaudierten und schlossen sich dem Zug bis zur Apostelkirche an.

Dekan Axel Piper beschrieb den erlebten Guss und das Werden der Glocken als ein kleines Wunder. Es wecke das Verständnis für Friedrich Schillers „Glocken-Ballade“. Ein Wunder war es auch, weil Präzisionsinstrumente entstanden, die Arbeit der Projektgruppe beispielhaft funktionierte und so viele Menschen der Stadt Anteil an dem Einholen der Glocken nahmen. „Ich freue mich schon auf den ersten Advent, wenn unser Glockenquartett das erste Mal gemeinsam erklingen wird“, sagte Piper.

Spenden für die Glocken

Bürgermeister Markus Loth würdigte die von den Weilheimer Familien Handel, Liebl und Güthler/Erdt gestifteten Glocken als bedeutendes Ereignis für Kirche und die Stadt.

„Sie rufen nicht nur die Gemeinde zum Gottesdienst, sondern tragen den christlichen Glauben nach außen. Ich gratuliere Ihnen im Namen der Bürgerschaft, des Stadtrats und ganz persönlich“, so Loth. Während zwei der Glocken nach ihrem dreimaligen Anschlagen durch den Glockensachverständigen Walter Erdt per Gabelstapler ins Innere der Kirche verbracht wurden, wurde die kleinste des Ensembles zur Anschauung vor dem Gemeindehaus aufgehängt.

Auch die weiteren Programmpunkte werden unvergessen bleiben. Die Erlebnis-Versteigerung von 22 „nicht käuflichen Preisen“ geriet dank des furiosen Auktionators Pfarrer Jost Hermann zum tatsächlichen Erlebnis mit einem tollen Ergebnis. Statt des angepeilten Zieles von 1 000 Euro wurden in 60 Minuten stolze 3 240 Euro erreicht. Das Geld ist für das Verbringen der Glocken in den Glockenstuhl gedacht.

Mit dem anschließenden Familiengottesdienst zum Erntedankfest und dem Orgelkonzert für und mit den Glocken ging ein Festtag zu Ende, der in der Kirchenchronik einen besonderen Platz einnehmen wird.

Von Georg Müller

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