Großübung im Krankenhaus Brandschutzübung in Weilheim fordert rund 200 ehrenamtliche Helfer

Mehr als zwei Stunden lang flackerte Blaulicht über der Fassade des Krankenhauses Weilheim: Ein Großaufgebot von Feuerwehr-Fahrzeugen und Einsatzwägen des BRK besetzte Röntgenstraße, Johann-Baur-Straße und teilweise die B2. Über 120 Feuerwehrmitglieder mit 20 Fahrzeugen waren für die Großübung im Krankenhaus alarmiert worden.

Ein rauchender Patient brachte das Horrorszenario in Gang: Er steckte sein Bett mit einer Zigarette in Brand. In der Folge explodierte eine Sauerstoffflasche, auf der Station im ersten Geschoss waren zwölf Patienten und eine unbekannte Zahl von Besuchern vom Rauch in ihren Zimmern eingeschlossen. Der Rauch konnte sich wegen laufender Bauarbeiten über einen Versorgungsschacht bis ins vierte Obergeschoss ausbreiten. Hier war vier Personen der Fluchtweg abgeschnitten. Zudem war im Kellergeschoss eine Person im Aufzug stecken geblieben, eine weitere Person zog sich als Auswirkung der Explosion einen Beinbruch zu und verunreinigte sich zudem mit einem radioaktiven Präparat der radiologischen Praxis. „Wir wussten, dass eine Übung stattfindet und wir ahnten, dass es eine größere Sache wird. Aber was passieren würde, wussten wir nicht“, erläuterte später ein Feuerwehrmann. So ging es auch dem Krankenhauspersonal und den 29 Mitgliedern des BRK. „Es war eine gute Atmosphäre, nicht panisch, keiner hat den anderen angeschrien, sondern alle haben überlegt gehandelt“, resümierte der Chirurg Dr. Peter Wagner nach der Übung. Schnell waren Sammelorte für die Verletzten bestimmt worden. Zudem wurde ein Intensivpatient für den Transport per Hubschrauber vorbereitet. Während auf den verschiedenen Schauplätzen im Haus für den Außenstehenden scheinbares Chaos herrschte, koordinierte die Krankenhausleitung, Prokurist Reinhold Socher, Verwaltungsleiter Stephan Schmidt und Pflegedienstleiter Günter Ehle, mit den Einsatzleitern von Feuerwehr und BRK in der Einsatzzentrale im Personalcasino die Brandbekämpfung und Rettung der Patienten. Aus der Übung sollen schließlich Lehren für einen möglichen Ernstfall gezogen werden, denn: „Die Lage war für die Einsatzkräfte sehr anspruchsvoll und könnte jederzeit genau so passieren“, sagte Konrad Bischel, Kommandant der Feuerwehr Weilheim. Im Einsatz waren die Feuerwehren Weilheim, Marnbach-Deutenhausen, Unterhausen, Polling und Peißenberg, THW- Fachberater , die ILS Oberland, 30 Opferdarsteller, 29 Mitglieder des BRK und zahlreiche Mitarbeiter des Weilheimer Krankenhauses.

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