Auf grüne Gentechnik verzichten – Kommunen und Landkreis unterstützen Kampagne – Neues Faltblatt klärt Verbraucher auf

71 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche im Landkreis sind inzwischen zur „Agrogentechnikfreien Region“ erklärt worden. Im Mittelpunkt stehen ihre Werterhaltung und Stärkung. Diese Botschaft „in die Köpfe der Bevölkerung bringen“ soll das neue Faltblatt „Pfaffenwinkel ohne Gentechnik“, wie es Dr. Brigitte Honold bei der Feier im Pollinger Rathaus ausdrückte.

Auf lindgrünem Hintergrund erfährt der Leser des Flyers Grundsätzliches über die rote (Medizin), weiße (Nahrungsmittelindustrie) und grüne (Nutzpflanzen, Tiere) Gentechnik, speziell über die Risiken der (grünen) Agrogentechnik, und was jeder Einzelne unternehmen kann, wenn er Lebensmittel mit gentechnisch veränderten Organismen (GVD) ablehnt. In Zitaten begründen darin der Landrat, die stellvertretende Kreisbäuerin und ein Imkerfachberater, warum eine agrogentechnikfreie Landwirtschaft die Region stärkt. Verteilt werden soll das Infoblatt über die Mitveranstalter – das sind über 60 Vereine und Verbände aus Landwirtschaft, Kirche, Umwelt- und Naturschutz, Handwerk, Handel, Verbraucher – und Gemeinden. „Am besten im persönlichen Gespräch“, sagt Honold. Die vor einem Jahr in der Wies gestartete Kampagne geht weiter: Jetzt wird bei den Gartenbauvereinen und Gastwirten um Unterschriften für die Selbstverpflichtungserklärung geworben. Vom 1. bis 5. Oktober wird sich die „Agrogentechnikfreie Region“ den Verbrauchern auf der ORLA in Weilheim präsentieren. MdL Renate Dodell nahm einen symbolischen Maiskolben in Empfang und versprach, sich für die Ziele der Initiative einzusetzen. „Der Prozess muss auf Landesebene stattfinden“, verdeutlichte sie, und dass eine einheitliche Kennzeichnung für die Verbraucher wichtig sei. Bezüglich des Genmaisverbotes äußerte sich Dodell „zuversichtlich, dass es dabei bleibt“. Dodell hob auch mahnend den Zeigefinger: So habe das neue Faltblatt mit dem Titel „Pfaffenwinkel ohne Gentechnik“ Signale in die Schweiz gesendet, „die dort nicht gerne gehört werden“. Bei der Formulierung müsse klar das „agrogentechnikfrei“ herausgestellt werden, um Irritationen mit dem größten Arbeitgeber im Landkreis (dem Pharmaunternehmen Roche, Anm.d.Red.) zu vermeiden. Dodell: „Das wäre sonst nicht günstig für unseren Standort.“

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