Grünen-Politiker Josef Albrecht stirbt bei Autounfall

Bei einem Verkehrsunfall am 16. Oktober, bei dem der Kreisrat und Weilheimer Stadtrat Josef Albrecht ums Leben kam und eine Frau schwer verletzt wurde, waren Alkohol und Drogen im Spiel.

Polizeiliche Ermittlungen und ein Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin in München haben ergeben, dass der 55-jährige Albrecht zum Unfallzeitpunkt aufgrund von Alkohol- (1,49 Promille) und Drogenkonsum (THC und Abbauprodukte von Amphetamin) „absolut fahruntauglich“ war, teilte Polizeisprecher Klaus Schürgers mit. Albrecht, dessen Auto auf der Staatsstraße 2058 in Höhe der Abzweigung Polling auf die Gegenfahrbahn geraten und mit einem Pkw kollidiert war, verstarb noch am Unfallort. Die 31-jährige Lenkerin des entgegen kommenden Autos, eine Peißenbergerin, wurde schwer verletzt und schwebte zunächst in Lebensgefahr; ihr mitfahrender Säugling blieb unverletzt. Ein Verschulden Dritter am Unfall sei laut Schürgers „nicht erkennbar“. Mit dem überzeugten Biobauern Josef Albrecht hat die Region einen Politiker mit Bodenhaftung verloren. Der aus einer Oderdinger Bauernfamilie stammende Kreis- und Stadtrat hatte seine Ideen und Visionen stets mit Nachdruck verfolgt und, so weit möglich, auf seinem landwirtschaftlichen Betrieb umgesetzt. Wohl wissend, dass er in den politischen Gremien ob seiner Hartnäckigkeit auch als unbequem galt. Josef Albrecht gehörte insgesamt 18 Jahre lang dem Kreistag von Weilheim-Schongau an. Von 1990 bis 1996 war der Verstorbene Mitglied im Pollinger Gemeinderat, seit Mai vertrat er die Interessen der Grünen im Weilheimer Stadtrat in der Fraktionsgemeinschaft mit UWV und FDP. Im Oktober wollte der Verstorbene für den 2009 neu zu wählenden Deutschen Bundestag kandidieren. Wenn Albrecht forderte, autochthone (am Standort heimische Pflanzen, Anm.d.Red.) anstatt importierte Gehölze zu verwenden oder sich für vom Aussterben bedrohte Tierrassen und alte Kulturpflanzen einsetzte, so verschaffte sich der 55- Jährige oft mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen Aufmerksamkeit. Dabei scheute der streitbare Kommunalpolitiker weder Richter noch Strafe, wie sich am Beispiel des unerlaubten Hanfanbaues gezeigt hatte. Albrecht hatte sich auch als Verfechter der Regionalvermarktung und für das Nutzen heimischer Energieressourcen einen Namen gemacht, zuletzt für das Geothermie-Projekt in Weilheim. Auf der Homepage des Grünen-Kreisverbandes Weilheim-Schongau drückt der Kreisvorsitzende Alfred Honisch die Fassungslosigkeit nach Albrechts Tod mit den Worten aus, der Landkreis habe mit ihm eine „Lichtgestalt des politischen Lebens“ verloren. Josef Albrecht hinterlässt eine Lebensgefährtin und zwei Kinder sowie drei erwachsene Kinder.

Meistgelesene Artikel

Es war einmal...

Region – Geschichten dienen als kulturelles Gedächtnis der Gesellschaft und sie regen die Fantasie an. Eine Form des Geschichtenerzählens ist das …
Es war einmal...

Starker Start ins neue Jahr

Weilheim – Immer öfter kämpfen kleinere Geburtshilfeabteilungen ums Überleben – in der Weilheimer Frauenklinik scheint das nicht der Fall zu sein.
Starker Start ins neue Jahr

KönigsCard ab Mai

Landkreis – Die Gäste im Blauen Land, im Werdenfelser Land und im Allgäu nutzen sie bereits: Die KönigsCard, die ihnen im Urlaub zahlreiche …
KönigsCard ab Mai

Kommentare