Grünes Licht fürs "Sachsenrieder Bähnle"

Wo einst die Schienen des „Sachsenrieder Bähnles“ entlang liefen, soll eine neue Radroute entstehen. Foto: Axel Gutmann

Es ist eine gute Nachricht für alle Radler im Landkreis: Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Kempten – im Allgäu und im Pfaffenwinkel für Beratung und Bewilligung von Leader-Projekten zuständig – hat grünes Licht für die neue Erlebnis-Radroute „Sachsenrieder Bähnle“ gegeben. 15000 Euro stehen damit aus dem Förderprogramm der Europäischen Union für die Projektentwicklung zur Verfügung.

Mit der neuen Route soll auf die Geschichte der ehemaligen Bahnstrecke hingewiesen und zugleich der Radtourismus zwischen dem schwäbischen Kaufbeuren und dem ober-bayerischen Altenstadt angeregt werden, heißt es in der Presseerklärung der Lokalen Aktionsgruppe Auerbergland-Pfaffenwinkel. Die Bahnstrecke Kaufbeuren-Schongau war einst eine eingleisige Nebenbahn, die zwischen 1922 und 1977 die Städte Kaufbeuren und Schongau verband. Viele „Sonntagsausflügler“ nutzten in dieser Zeit die Bahn, um von Kaufbeuren aus bis zur Haltestelle „Sachsenrieder Forst“ zu fahren. Zwischen dem Sachsenrieder Forst und Schongau/ Peißenberg diente die Bahn vorrangig zum Transport von Grubenholz für die Kohlebergwerke in Peiting und Peißenberg. Nach der Gesamt­-stilllegung 1977 wurden die Gleise größtenteils abgebaut. Die neue Radroute soll nach den nun vorgestellten Plänen insgesamt zehn schwäbische und oberbayerische Gemeinden verbinden. Auf Ostallgäuer Gebiet wird dabei die bereits bestehende „Dampflokrunde“ eingebunden. Zudem sind zwölf interaktive Erlebnisstationen geplant. Auf oberbayerischer Seite sind die Gemeinden Altenstadt, Schwabbruck, Ingenried und Schwabsoien beteiligt, im Allgäu liegen Mauerstetten, Stöttwang, Osterzell, Bidingen, Kaltental und die Stadt Kaufbeuren auf der Strecke. Bei dem Kooperationsprojekt der Leader-Regionen Auerbergland-Pfaffenwinkel und Ostallgäu hat die oberbayerische Leader-Aktionsgruppe sowohl die Federführung bei der fördertechnischen Abwicklung als auch die Projektträgerschaft stellvertretend für die beteiligten Kommunen übernommen. Laut deren Geschäftsführerin Elisabeth Gutmann ist das Sachsenrieder Bähnle in der Bevölkerung auch über 30 Jahre nach der Stilllegung noch sehr präsent. Dies habe die Befragung eines Geographie-Studenten in den beteiligten Gemeinden des Landkreises vor einigen Monaten gezeigt. Dabei kramten die Bürger in ihren Erinnerungen an die Lokalbahn und förderten laut Gutmann wahre Schätze zutage, die nun auch in das Projekt einfließen sollen. „Und auch die Gemeinden selbst haben ein großes Interesse daran, die Geschichte des Sachsenrieder Bähnles wieder ins Bewusstsein zu rücken“, weiß Gutmann. Dazu sollen Erlebnisstationen und Informationstafeln entlang des Radwegs installiert werden, der in den oberbayerischen Gemeinden womöglich auf der ehemaligen Bahntrasse verlaufen soll und im Ostallgäu an die bestehende Dampflokrunde anschließt. Dr. Alois Kling, Leiter des AELF Kempten, betont, dass mit der neuen Radroutenkonzeption ein attraktives Angebot für die Menschen vor Ort und die Urlaubsgäste entstehe. „Die bezirksübergreifende Zusam-menarbeit schafft einen echten Mehrwert für die beiden Regionen Ostallgäu und Pffenwinkel“, ist er sich sicher. Auch Ethelbert Babl, Leader-Manager am AELF Kempten, steht dem Projekt positiv gegenüber. Durch das Vorhaben werde der umweltfreundliche Radtourismus ausgebaut und die Grundlagen für eine mögliche touristische Wertschöpfung geschaffen, betont Babl. Die Kosten für die Projektentwicklung betragen 29500 Euro. Dafür stehen 15000 Euro Fördergelder aus dem Leader-Programm zur Verfügung.

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