Schule und Förderzentrum feiern Jubiläum

Zusammen 100 Jahre alt

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60 Jahre Volksschule, 40 Jahre Förderzentrum: Ein Geburtstagsrap bildete den Abschluss zu der Feier in der Aula.

Altenstadt – Mit einem flotten Geburtstags-Rap, bei dem alle Kinder und Erwachsenen in der gefüllten Aula für den Rhythmus sorgten, ging das Fest zu Ende; danach ließen Lehrer, Eltern sowie die Buben und Mädchen 200 Luftballons steigen: So wurde das Jubiläum der Grundschule Altenstadt und des Sonderpädagogischen Förderzentrums Altenstadt begangen, die gemeinsam das 100-Jährige Bestehen feiern.

Die Volksschule wurde vor 60 Jahren im Süden von Altenstadt errichtet, zuvor war sie in der Dorfmitte. Das Sonderpädagogische Förderzentrum, dessen Träger der Landkreis Weilheim-Schongau ist, kam vor 40 Jahren hinzu und hat nun zum Jubiläum einen besonderen Namen erhalten: Schönach-Schule. Rektor Jörg Walter und seine Stellvertreterin Michaela Steber präsentierten kürzlich das neue Emblem. Ungefähr 100 Kinder im Alter von fünf bis 17 Jahre besuchen die Schönach-Schule. Die unteren Klassen (eins bis drei) sind freilich in Hohenfurch.

In das Jubiläum wurden die Kinder aktiv eingebunden. Vor dem Förderzentrum war ein Spieleparcours aufgebaut mit verschiedenen Stationen wie „Fang den Ball“, Murmelbillard, Entenjagd, Mohrenkopfschleuder oder der Froschteich.

In der Aula der Grundschule wurde fleißig gesungen, die Reden wurden kurz gehalten. Der Bogen reichte vom Stück mit den vielfarbigen und modernen Raben – so wie diese Vögel möchte sich auch die Grundschule Altenstadt präsentieren – über das Lied „Fang doch mal den Regenbogen“ bis zum Rap „Alles Gute zum Geburtstag. Dabei ermunterte Jörg Münsterer, Sozialpädagoge am Sonderpädagogischen Förderzentrum, zusammen mit den Schülern Max und Anne alle Kinder und Erwachsenen in der rappelvollen Aula zum Mitmachen, sprich zum Rhythmus-Sound. An den Darbietungen zuvor waren zahlreiche Schüler beteiligt mit den Lehrern Claudia Dolp (Gitarre und Akkordeon) sowie Conny Möst (E-Piano). Auch die Singklasse musizierte – angeleitet von Ulrike Kagermeier-Cesak – frisch und munter drauf los.

Anja Mroß, sie ist seit 2011 Rektorin an der Grundschule in Altenstadt, hieß auch ehemalige Lehrer sowie ihre Vorgänger Ingrid Ruß und Peter Paul Kulot willkommen. Und sie rief in Erinnerung, was 1956, als die neue Volksschule im Süden der Gemeinde bezogen wurde, sonst noch Besonderes geschah: Es kam die erste Zeitung Bild am Sonntag auf den Markt, der Flugschreiber wurde erfunden, aber auch der Sekundenkleber.

Das Jubiläum sei für Lehrer und Schüler Anlass gewesen, sich mit dem Thema Zeit zu beschäftigten, was Interessierte zur Jubiläumsfeier beim Rundgang durch Klassenzimmer vertiefen konnten. Schlagwörter zur Charakterisierung des Schullebens in Altenstadt, so ergänzte Anja Mroß, seien „flexibel, offen, inklusiv und modern“.

Ingrid Hartmann-Kugelmann, die Chefin des Staatlichen Schulamtes Weilheim, erwähnte im Besonderen, dass man an der Grundschule Altenstadt „offen für Neues“ sei – um der Kinder willen. Diese sei im Landkreis vorbildlich. Demnächst sei die Grundschule Altenstadt auch beim „Bildungsgipfel“ im Landkreis Weilheim-Schongau vertreten, fügte die Schulrätin hinzu, die selbst in Schwabniederhofen aufgewachsen ist.

Bürgermeister Albert Hadersbeck bezeichnete den 1956 bezogenen Neubau für die Volksschule als „Quantensprung“. Die Gemeinde Altenstadt habe sich nach dem Krieg total verändert, die Einwohnerzahl sei von 1000 auf 2000 Menschen gestiegen. Beim Bezug der Volksschule waren es 125 Schüler. Die Spitze im Schulhaus wurde Ende der 60-er Jahre mit 210 Schülern erreicht. Derzeit sind es noch 85 Buben und Mädchen.

Anfang der siebziger Jahre wurde erweitert, die Turnhalle dazu gebaut und das Gebäude aufgestockt. Anfang des neuen Jahrhunderts wurde – damals war Roland Lehmann (†) Rektor – das Schulgebäude um einen großen Flügel auf der Ostseite erweitert (Kosten 3,3 Millionen Euro). doch die Schulreform führte bereits wenige Jahre später dazu, dass die fünfte und sechste Klasse nach Schongau verlagert wurden. Wo anfangs Klassenzimmer waren, befinden sich in dem 14 Jahre alten Gebäude jetzt Räume für das Bürgerzentrum, für die Bücherei und für Musikgruppen. Im Altbau, so ergänzte Hadersbeck, sind seit 2002 immerhin 800 000 Euro in die Sanierung investiert worden.

Die Schule ist 60 Jahre, das Förderzentrum gibt es seit 40 Jahren: Doch Heinz Dobija vom Arbeitskreis Archiv blickte in einem kurzen Streifzug darauf zurück, für das Jahr 1783 sei erstmals nachgewiesen, dass ein Lehrer in Altenstadt Unterricht gebe. Damals hatte die Ortschaft, die politisch zu Schongau gehörte, 340 Einwohner. Vorgesetzter der Lehrers sei der Pfarrer gewesen. Und der Hochwürden habe sich damals für eine bessere Bezahlung des Lehrers eingesetzt, erwähnte Heinz Dobija mit einem Schmunzeln. Er übergab die Forschungen zur Geschichte der Schule in Altenstadt in digitaler Form an Rektorin Anja Mroß. Die Schule schreibt eben Geschichte!

Johannes Jais

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