Grundstück für Stadtwerke im Visier – Wassergebühren in der Kreisstadt bis Ende 2012 stabil – Tiefgarage für Stadt ein Verlustgeschäf

Die gute Nachricht vorweg: Bis einschließlich 2012 wird in der Kreisstadt nicht an der Gebühren- schraube für das Trinkwasser und Abwasser gedreht. „Die Sätze bleiben bis dahin unverändert“, machte Magnus Nigg, Vorstand der Stadtwerke, beim Bilanzgespräch für das größte Kommunalunternehmen der Region deutlich. Im bayernweiten Vergleich befinden sich die Gebühren für Weilheims Trinkwasser (1 Euro/m3), Schmutzwasser (1,95 Euro/m3) und Niederschlagswasser (43 Cent/m3) auf einem „äußerst niedrigem Niveau“ (Nigg).

Die Stadtwerke mit ihren Betriebszweigen Wasserversorgung, Abwasserbeseitigung, Bauhof, Tiefgarage und Vermögensverwaltung agieren als selbständiges Unternehmen der Stadt Weilheim. Der Bauhof, einst städtischer Regiebetrieb, ist inzwischen vollständig in die Stadtwerke integriert und mit vielfältigen Aufgaben betraut. Der Schritt zu diesem im Landkreis einzigartigen Konstrukt habe sich als richtig erwiesen, stellte Bürgermeister Markus Loth fest. 2009 erwirtschafteten die Stadtwerke laut Nigg „stabile Umsatzerlöse“. Die Bilanzsumme betrug 36,9 Mio. Euro und weist einen Jahresüberschuss von insgesamt 143000 Euro aus. Mit den 58 Beschäftigten wurden 7,6 Mio. Euro Umsatz erzielt. Durch fleißiges Tilgen konnte der Schuldenstand auf 10,7 Mio. Euro verringert und die Eigenkapitalquote auf 57 Prozent gesteigert werden. Der kaufmännische Bereichsleiter der Stadtwerke, Wolfgang Kreppel, visiert für 2010 das Ziel an, „unter die zehn Millionengrenze zu kommen“. Um knapp ein Prozent rückläufig ist gegenüber 2008 die verkaufte Trinkwassermenge (1,2 Mio. m3). Nigg führt dies auf den Sparwillen der Bürger und den Einsatz verbrauchsärmerer Haushaltsgeräte zurück. Den durchschnittlichen Wasserverbrauch eines Weilheimers bezifferte er mit 148 Liter. „Der Löwenanteil“, so der Werksvorstand, „rauscht durch die Toiletten.“ In dem 107 km langen Kanalnetz wurden vergangenes Jahr 2,3 Mio. m3 Schmutz- und Regenwasser in die Weilheimer Kläranlage eingeleitet und dort mechanisch, biologisch und chemisch gereinigt. Trotz effektiven Arbeitens und guter Belegung (249000 Parkvorgänge) der 207 Stellplätze muss die Stadt bei der Tiefgarage im Altstadt-Center einen Jahresverlust von 196000 Euro ausgleichen. 118000 Euro davon sind „unbeeinflussbare Kapitalkosten“, erklärte Nigg. „Wir haben ein Grundstück im Auge“, äußerte sich Bürgermeister Loth zur Suche nach einem neuen gemeinsamen Standort für Stadtwerke und Bauhof. Einen konkreten Verhandlungserfolg gebe es aber noch nicht zu vermelden. Fest steht, dass die Stadtwerke das mit Altlasten kontaminierte Gelände an der Krumpperstraße verlassen werden. Denn bis 2014, lautet die Order aus dem Landratsamt, muss das Areal saniert und „clean“ sein. Auch für den nah an der Wohnbebauung gelegenen Bauhof an der Singerstraße ist ein örtlicher Wechsel dringend geboten, mahnt die Regierung an. „Der Handlungsdruck ist groß“, weiß Nigg. In diesen Wochen sind weitere Grundstücksverhandlungen angesetzt. Loth geht davon aus, dass noch heuer eine Entscheidung über den zukünftigen Standort getroffen wird. Damit hätte das lange Suchen ein Ende. Wie berichtet, hatte die Stadt auch das „Branca“-Grundstück als möglichen Standort für die Stadtwerke ins Auge gefasst. Doch der Weilheimer Unternehmer Fritz Neidhart sen. war schneller. Er kaufte das Areal im Oktober 2009, um dort einen neuen „Aldi“-Markt zu errichten. Die Pläne stießen bei Verwaltung und Stadträten auf Widerstand. Nachdem der Weilheimer Stadtrat für das „Branca“-Grundstück und angrenzende Flächen eine Veränderungssperre erlassen hatte, reichte Neidhart beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof eine Normenkontrollklage ein. Die gerichtliche Prüfung dauert noch an.

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