Geplantes Ärztehaus in Weilheim

Stadtrat fordert Verkehrsgutachten

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An der Alpenstraße (re.) ist das private Ärztehaus geplant, für das die Bauwerber einen Verbindungsgang zur Klinik vorsehen. Die Schwarzkiefern (re. hinten) werden gefällt.

Weilheim – 20 Fachärzte in sechs bis neun verschiedenen Praxen unter einem Dach vereint und zirka 60 000 Patienten im Jahr: Darauf ist die aktuelle Planung für das viergeschossige Ärztehaus ausgelegt, das gegenüber dem Krankenhaus entstehen soll. Der Stadtrat hat die eingegangenen Stellungnahmen beraten und der Änderung des Bebauungsplanes zugestimmt. Mit einer Auflage: Der Bauwerber, die „Planungsgemeinschaft Ärztehaus GmbH“, muss auf eigene Kosten ein Verkehrsgutachten erstellen lassen.

4 900 Euro hat das Münchner Ing. Büro Prof. Kurzak für die Untersuchung veranschlagt, wie Stadtbaumeister Wolfgang Frank in der Sitzung bekannt gab. Das Gutachten soll die Verkehrszunahme durch das Ärztehaus und die Auswirkungen auf die Straßen in seinem Umfeld beleuchten. Die Planungs GmbH hält die Verkehrsmehrung für „vertretbar“ und legte ihren Berechnungen zugrunde, dass zirka 48 000 der insgesamt 60 000 Patienten das Ärztehaus mit dem Auto anfahren werden. Daraus leitete Verkehrsreferent Dr. Claus Reindl eine Mehrbelastung von zirka 20 Fahrzeugen pro Stunde ab. „Dafür braucht es kein Verkehrsgutachten“, resümierte er. Letztlich stimmten bis auf vier Stadträte aber alle für das Gutachten. Bürgermeister Markus Loth geht davon aus, dass sich das Bauvorhaben dadurch nicht verzögern wird.

 Der geänderte Bebauungsplan „Obere Stadt Ia“ wird jetzt noch einmal öffentlich ausgelegt. Stellungnahmen sind nur noch zu den überarbeiteten Punkten möglich.

Das private Ärztehaus, das Ende 2016 an der Ecke Alpenstraße/Johann-Baur-Straße in Betrieb gehen soll, wird von den Stadträten grundsätzlich als wichtiges Projekt und Aufwertung für den Gesundheitsstandort Weilheim begrüßt. Nachdem vor allem wegen der massiven Bebauung und der schwierigen verkehrlichen Situation von Agenda-Arbeitskreisen, Nachbarn und Trägern öffentlicher Belange zahlreiche Einwände eingegangen waren, haben die Betreiber darauf mit modifizierten Plänen reagiert. Erstellt hat sie das Weilheimer Büro „Rill+Lechner Architekten“. Die Nutzfläche für das geplante Ärztehaus wurde von 4 000 auf 2700 Quadratmeter reduziert, die Zahl der Praxen von 24 auf 20 verringert und die verkleinerte Tiefgarage komplett unter das Gebäude verlegt. Ein im Erdgeschoss vorgesehenes Café entfällt.

Dass ein Teil im Erdgeschoss als Parkfläche genutzt werden soll, missfällt Saika Merx. Die FDP-Rätin plädierte stattdessen für eine größere Tiefgarage. Laut Bauwerber findet sich jedoch wegen der hohen Lärmbelastung von der angrenzenden B 2 kein Arzt, der dort einziehen will. Weiterhin sind im Erdgeschoss noch eine Apotheke und ein Sanitätshaus eingeplant.

Für die drei Schwarzkiefern, die im Zuge des Neubaues gefällt werden müssen, werden Ersatzbäume gepflanzt.

Stellplätze sind im Umfeld des Bauvorhabens jetzt schon Mangelware. Bürgermeister Loth appellierte eindringlich an die Bauwerber, die maximal mögliche Zahl an Parkplätzen zu schaffen, da durch den Neubau auch bestehende Stellplätze wegfallen werden. Die konkrete Zahl kann jedoch erst festgesetzt werden, wenn die Detailplanung vorliegt.

Ein Verbindungsgang zum Krankenhaus soll Wege dorthin verkürzen, Geräteressourcen besser nutzbar machen und die enge Zusammenarbeit mit der Klinik betonen, argumentiert die Planungsgemeinschaft. Die Krankenhaus GmbH wird ihre Entscheidung dazu Ende April bekannt geben, sagte Stadtbaumeister Frank.

Ist die Mauer der denkmalgeschützten „Oswald-Villa“ an der Ecke Petelgasse/Johann-Baur-Straße historisch wertvoll und erhaltenswert oder soll sie für Parkplätze geopfert werden? Die Meinungen darüber gehen weit auseinander. „Die Mauer soll ab- und hinten im Original wieder aufgebaut werden“, forderte Romana Asam (FW). „Fürchterlich“ findet sie Karl-Heinz Grehl (Grüne): „Die Mauer gehört weg!“ Nun soll der Denkmalschutz gehört werden.

Dr. Wolfgang Vogt, Geschäftsführer der Planungs GmbH, nahm nach dem Stadtratsbeschluss wie folgt Stellung: „Das ist ein wichtiger Zwischenschritt zum Baurecht und zur Realisierung des Ärztehauses. Wir werden die nach diesem Beschluss möglichen weiteren Planungsschritte schnellst- möglich angehen.“ Das Verkehrsgutachten hält er für eine Formalie, „um insbesondere der Stadt Rechtssicherheit im Bebauungsplan-Änderungsverfahren zu geben“. Wie Vogt auf Nachfrage des Kreisboten berichtete, sollen im Ärztehaus Orthopädie-, Urologie-, Neurologie-, Kardiologie- und Dermatologiepraxen einziehen. Mit weiteren Facharztpraxen laufen noch Gespräche. Beim Ärztehaus handelt es sich um einen Zusammenschluss bereits im Stadtgebiet und teils darüber hinaus tätiger Praxen. Mit dem Betrieb des Ärztehauses, so Vogt weiter, könnten am Standort Weilheim „150 Arbeitsplätze gesichert werden“.

Maria Hofstetter

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