Gutachten vorgestellt: Lage beim Wildverbiss hat sich im Landkreis etwas entspannt

Licht am Ende des Tunnels

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Stellt die Resultate vor: Markus Schmorell, Leiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Weilheim.

Oberhausen – Das neue Verbissgutachten wurde mit Spannung erwartet. Nun liegen die Ergebnisse vor. Im Landkreis Weilheim-Schongau hat sich die Lage etwas entspannt. „Wir erkennen endlich Licht am Ende des Tunnels“, betonte Helmut Stork von der Unteren Jagdbehörde anlässlich der Dienstversammlung der Jagdvorsteher im Oberhauser Gasthof Strobl.

Zum Hintergrund: Seit rund 30 Jahren wird im Freistaat Bayern alle drei Jahre geschaut, wie sich die jungen Bäume entwickeln. Förster sind in den Wäldern unterwegs und prüfen stichprobenartig den jeweils aktuellen Stand der Dinge. Die Ergebnisse schlagen sich in Karten nieder. Aus diesen geht hervor, wo die Situation günstig, tragbar, zu hoch oder deutlich zu hoch ist.

„Der Leittriebverbiss ist im Kreis Weilheim-Schongau zurückgegangen“, betonte Markus Schmorell, Leiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Weilheim. „Das möchte ich anerkennen.“ Drei Hegegemeinschaften konnten heruntergestuft werden. 2012 war der Wildverbiss in Steingaden, Bernbeuren und Wildsteig deutlich zu hoch, in der Neuauflage des „Forstlichen Gutachtens zur Situation der Waldverjüngung“ wird er „nur“ noch als zu hoch bezeichnet. Aufwärts ging es auch in der Hegegemeinschaft Wessobrunn. Dort ist die Belastung mittlerweile tragbar und nicht mehr zu hoch wie noch vor drei Jahren.

Die so genannten revierweisen Aussagen liegen allerdings noch nicht vor. Viele Beteiligte messen diesen eine wichtige Bedeutung zu. Auch das AELF. Man müsse genau hinschauen, betonte Schmorell. „Dann kann man jagdlich darauf reagieren.“ Von einer Trendwende sprach Stork. „Nichtsdestotrotz müssen wir am Ball bleiben, sonst schaut es in drei Jahren wieder schlechter aus.“ Positiv sah die Entwicklung auch Hans Weber, neuer Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften im Bayerischen Bauernverband. „Ich glaube, wir sind auf dem richtigen Weg.“ Festzuhalten bleibt allerdings: In zehn von zwölf Hegemeinschaften ist der Verbiss zu hoch.

Doch beim Stroblwirt ging es nicht nur um den Wildverbiss, sondern auch um den Borkenkäfer. Fachleute rechnen mit großen Problemen in 2016. Die Gründe: Sturm „Niklas“ und der extrem trockene Sommer. Der Orkan hat „unser Amtsgebiet so stark getroffen wie kein anderes“, schilderte Schmorell. Die Folge: Ein großes Brutangebot in den Gebieten, wo Bäume umgeworfen wurden.

Die Trockenheit im Sommer sei dann „ein gefundenes Fressen“ für den Käfer gewesen. Er konnte sich rasch entwickeln. Im Frühjahr werde die dritte Käfer-Generation ausfliegen. „Auf diese Situation müssen wir uns intensiv vorbereiten“, unterstrich der Leitende Forstdirektor. „Man sollte ganz am Anfang Bohrmehl suchen, dann erwischen wir ihn noch.“

Von Roland Lory

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