"Guter Kompromiss" – Geothermie: Standort für erste Bohrung und Heizkraftwerk steht fest

Der Standort für die erste Bohrung des geplanten Geothermieprojektes Bernried und für das spätere Heizkraftwerk steht fest. Nach Auswertung der seismischen Untersuchungen und Bewertung aller relevanten Standortfaktoren fiel die Entscheidung auf ein rund 1,2 Hektar großes Grundstück an der Bahnlinie Tutzing – Bernried, westlich der Klinik Höhenried.

Bereits Mitte Mai soll es auf dem als „Höhenried West“ bezeichneten Gelände mit dem Bau des Bohrplatzes losgehen, der Bohrbeginn ist für August vorgesehen. Der Entscheidung vorausgegangen waren eine geologische Untersuchung des Untergrundes durch ein ausgedehntes Seismik-Programm im Sommer 2009 (wir berichteten) sowie eine Bewertung verschiedener Alternativstandorte, zum Beispiel hinsichtlich ihrer Umweltverträglichkeit, Erschließbarkeit und der Nähe zu künftigen Abnehmern. Bernrieds Bürgermeister Josef Steigenberger zeigte sich zufrieden: „Mit diesem Standort wurde ein optimaler Kompromiss zwischen den Belangen der Bürger, der Natur und der Bauherren gefunden.“ Notwendige Eingriffe in die Natur, so Steigenberger und Lutz Stahl, Geschäftsführer der Projektgesellschaft „BE Geothermal“, könnten an dem gewählten Standort geringstmöglich ausfallen. So könne die Erschließung über bereits bestehende Wege erfolgen, ferner sei ein weitgehender Schall- und Sichtschutz bereits durch die natürliche Geländeform gegeben. Die erste Förderbohrung, die Ende des Jahres abgeschlossen sein soll, wird in 4900 Meter Tiefe führen und soll rund 150 Grad heißes Thermalwasser mit einer Förderrate von 125 Litern pro Sekunde erschließen. Nach Fertigstellung einer weiteren Förderbohrung und zweier Rückführbohrungen soll Ende 2012 die Inbetriebnahme des Geothermie-Heizkraftwerkes erfolgen. Dieses wird ebenfalls auf dem Standort „Höhenried West“ entstehen und 10,5 Megawatt elektrischer Leistung und rund 14 Megawatt Heizleistung bereitstellen. Hauptabnehmer für die Fernwärme werden die Klinik Höhenried und die Gemeinde Bernried sein, möglicherweise kann auch die Gemeinde Tutzing ans Fernwärmenetz angeschlossen werden. Der erzeugte Strom wird unterirdisch in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Das Geothermiekraftwerk wird rund 50000 Tonnen des klimaschädlichen Gases CO2 einsparen und kann etwa 15000 Haushalte mit umweltfreundlich erzeugtem Strom versorgen.

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