Weilheims Petra Sportreferentin Hofer kontert: "Stehen in engem Kontakt mit den Betroffenen"

Sporthallenengpass: CSU drängt auf Lösung

+
Ende März ist Schluss: Für die Sportler sind die Trainingstage in der Weilheimer Soccerhalle gezählt.

Weilheim – Hätte die Stadt drei Wünsche frei, bei denen das Geld keine Rolle spielt, so wäre eine neue Dreifachturnhalle bestimmt darunter. Denn mit der Schließung der privat geführten Soccerhalle spitzt sich die Lage dramatisch zu. Die Vereine wissen nicht mehr, wo sie trainieren sollen, und die Tanzsportler des TSV haben sogar schon einen Aufnahmestopp ausgerufen. Mit der Lösung des Problems wird sich jetzt erneut der Bau- und Hauptausschuss auseinandersetzen.

Der CSU brennt die angespannte Sporthallensituation so unter den Nägeln, dass sie in die jüngste Stadtratssitzung einen Dringlichkeitsantrag einbrachte. Bisher, kritisiert ihr Fraktionsvorsitzender Klaus Gast, sei der Bau einer Dreifachturnhalle „nur auf der unverbindlichen ‘Wunschliste’ aufge- führt“ aber nicht weiter im Stadtrat erörtert worden. Besonders vor dem Hintergrund anstehender Schulbauprojekte, wie Berufsschule und Waldorfgymnasium, müsste der Stadtrat in örtlicher wie finanzieller Hinsicht „konkrete Realisierungsszenarien diskutieren“ und „gemeinsame Projekte überlegen“, fordert die CSU.


Bei Bürgermeister Markus Loth erweckte der Antrag den Eindruck, „als hätten wir beim Thema Sporthallen bisher nichts getan“. Loth wie auch Sportreferentin Petra Hofer (beide BfW) verwiesen in der Sitzung auf Gespräche mit dem TSV und eine „zeitnahe Information“ der Stadträte. Sie stehe „im ständigen Austausch mit den Betroffenen“, betonte Hofer. Vom Landkreis, der für einige Hallen zuständig ist, wünscht sie sich bei der Belegung „mehr Sportverständnis“, um die räumlichen Engpässe bewältigen zu können. Hofer setzt auf die Kooperation mit Kreiskämmerer Norbert Merk, der als „Sportfachmann“ eine Stütze sein könne. Der Sport, mahnte Hofer die CSU-Kollegen, dürfe in Weilheim nicht politisch instrumentalisiert werden, weil er dafür „viel zu wichtig“ sei. 


Ein Antrag zur Geschäftsordnung, gestellt vom stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzen - den Michael Lorbacher, beendete die Diskussion. „Anträge, die Geld kosten, brauchen einen Deckungsvorschlag“, forderte Lorbacher, weshalb das Thema zuerst im Bau- und Hauptausschuss behandelt werden müsse. Lorbachers Antrag stieß bei der Mehrheit der Stadträte auf Zustimmung. 


TSV-Chef Dieter Pausch nahm die Vertagung in die Ausschüsse „positiv“ auf und erklärte nach der Sitzung, dass es sich hier um eine grundsätzliche Entscheidung handle. Denn „Sport muss in Weilheim für alle machbar sein und darf nicht elitär werden“. Von den Trainingsausfällen aufgrund fehlender Hallenkapazitäten seien andere Sportvereine in Weilheim ebenso betroffen, sagte Pausch im Gespräch mit unserer Zeitung. Ein Ausweichen in andere Hallen sei nicht möglich. Die Folge: Künftig werde wohl auch samstags und sonntags trainiert werden müssen. Das Problem werde sich noch weiter verschärfen, wenn die Berufsschulturnhalle in absehbarer Zeit nicht mehr genutzt werden kann, befürchtet der TSV-Chef. 


Viel zu kurz komme in den Hallen der Breitensport. Der Nachwuchs werde regelrecht hinausgedrängt, weil die Plätze bereits von den Leistungssportlern belegt seien. Die Sportvereine, ist Pausch überzeugt, leisten mit ihrem Angebot für die Jugend eine wichtige Präventionsarbeit: „Da ist jeder Euro gut investiert.“ Bei den anstehenden Schulneubauten sollten deshalb laut Pausch die Bedürfnisse der Weilheimer Sportvereine berücksichtigt werden. In Kooperation mit der Stadt und dem Landkreis könnten mit einem gemeinsamen Projekt Synergieeffekte erzielt werden. Eine schnelle Lösung des Problems ist angesichts knapper Finanzen und der völlig offenen Standortfrage wohl nicht in Sicht. Neben dem guten Willen aller Beteiligten sind jetzt Ausdauer und ein fairer Sportsgeist gefordert.

Von Maria Hofstetter

Meistgelesene Artikel

Es war einmal...

Region – Geschichten dienen als kulturelles Gedächtnis der Gesellschaft und sie regen die Fantasie an. Eine Form des Geschichtenerzählens ist das …
Es war einmal...

Starker Start ins neue Jahr

Weilheim – Immer öfter kämpfen kleinere Geburtshilfeabteilungen ums Überleben – in der Weilheimer Frauenklinik scheint das nicht der Fall zu sein.
Starker Start ins neue Jahr

KönigsCard ab Mai

Landkreis – Die Gäste im Blauen Land, im Werdenfelser Land und im Allgäu nutzen sie bereits: Die KönigsCard, die ihnen im Urlaub zahlreiche …
KönigsCard ab Mai

Kommentare