TSV-Chef Dieter Pausch konkretisiert im Stadtrat Vorstellungen des Vereins

Hallenplanung mit Augenmaß

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Die Huglfinger Sporthalle hat für die Planungen in Weilheim Vorbildcharakter. Am vergangenen Wochenende fanden darin die BLLV-Hallenfußballmeisterschaften statt.

Weilheim – Warum braucht Weilheim eine neue Dreifachturnhalle, und wie soll sie ausgestattet sein? Der TSV holte mit einer internen Umfrage in seinen Abteilungen Meinungen ein und gab die Auswertung an das Stadtbauamt weiter. TSV-Chef Dieter Pausch bekam in der jüngsten Stadtratssitzung unerwartet Gelegenheit, das Konzept des Vereins vorzustellen.

„Polemik ist diesem vereinsübergreifenden Projekt nicht dienlich“, betonte der Vorsitzende des mitgliederstärksten Sportvereins im Landkreis. Pausch reagierte damit auf Vorwürfe von Bürgern, die in Leserbriefen sowohl mögliche Standorte als auch das Vorhaben an sich in Frage gestellt und unter anderem mehr Bolzplätze gefordert hatten. „Weilheim braucht beides“, unterstrich Pausch.

Die Engpässe bei der Hallennutzung, vor allem werktags zwischen 17 und 22 Uhr, seien für die Sportler nicht mehr tragbar, führte Pausch den Stadträten vor Augen. Angebote im Breiten- und Gesundheitssport seien davon ebenso betroffen wie der Leistungssport, Aufnahmestopps und Wartezeiten seien die Folge. Auch bei Weilheims Jugendlichen sei zunehmend ein Bewegungsmangel feststellbar, dem mit einer „Kindersportschule“ bereits im frühen Alter ab vier Jahren entgegengewirkt werden könnte. „Bayernweit gibt es schon viele solcher Einrichtungen“, warb Pausch für seine Vision, die allerdings nur mit einer neuen Halle realisiert werden könnte.

 An der Huglfinger Seeleite steht eine Sporthalle, wie sie auch die Weilheimer haben wollen. Ihre Größe und Ausstattung kommt den Wünschen des TSV sehr nahe: Das Spielfeld sollte 45 mal 27 Meter groß und sieben Meter hoch sein, um darin alle gängigen Hallensportarten ausüben zu können. Eine Standardausstattung mit kleiner Zuschauertribüne, blendfreiem Tageslicht, Multifunktionsraum und Bewirtungsmöglichkeit im Foyer würde ausreichen, trug Pausch dem Spargedanken Rechnung. Wird die Halle in Modulbauweise erstellt, könnte sie später erweitert werden. Zum Beispiel, um noch eine Kegelbahn mit Sportgaststätte einzurichten.

Zur Sicherung maximaler Zuschüsse muss der TSV neben der Stadt als Bauherr mit aufgeführt werden. 30 Prozent der Kosten könnten über den Bayerischen Landessportverband in Form von Zuschüssen und Darlehen gedeckt werden, zehn Prozent der Bausumme muss der TSV an Eigenmitteln aufbringen. Bleiben noch 60 Prozent, die die Stadt Weilheim stemmen muss. Die Huglfinger Sporthalle kostete 2004 rund 2,75 Mio. Euro. Zahlen für das Weilheimer Projekt liegen noch nicht vor. Eigentümer der neuen Sporthalle wird die Stadt Weilheim sein, wobei der TSV darin laut Pausch ein 25-jähriges Nutzungsrecht erhalten wird.

Ein virtueller Belegungsplan, den der TSV gerade erstellt, soll Aufschluss darüber geben, wie sich die neue Turnhalle auf die Auslastung der weiteren Sportstätten in Weilheim auswirken wird.

Die Präsentation des TSV-Chefs kam bei den Stadträten insgesamt gut an, sie hatten aber noch viele Detailfragen. Vor einer Überfrachtung des Projektes und vor zu vielen Sonderwünschen wurde gewarnt, was Bürgermeister Markus Loth mit den Worten quittierte: „Wir müssen uns die Halle ja auch im Unterhalt leisten können.“ Eine Nutzung für außersportliche Veranstaltungen sieht Loth problematisch, da eine Sporthalle schon aufgrund ihres Bodenbelages nur bedingt mehrzweckfähig sei.

Zwischenzeitlich wurde die Firma „Kommunale Sporthallen GmbH“ (KSG) von der Stadt mit einem Standortgutachten beauftragt. Am 12. März, so Stadtbaumeister Wolfgang Frank, werden die möglichen Standorte besichtigt und anschließend von der KSG analysiert. Beim alljährlich stattfindenden Sportgespräch am 17. März werden laut Sportreferent Tillman Wahlefeld alle Weilheimer Sportvereine in die Planungen eingebunden, da von den zusätzlichen Hallenkapazitäten alle Vereine profitieren sollen.

Eine der nächsten Aufgaben des Stadtrates wird es nun sein, die Standortfrage zu klären. BfW-Stadtrat Dr. Claus Reindl äußerte in der Sitzung am vergangenen Donnerstag als Einziger einen konkreten Vorschlag: „Wir können uns die Halle auf dem Festplatz an der Stadthalle vorstellen.“

In nächster Zeit wollen die Räte einige Sporthallen in der Umgebung besichtigen. Bürgermeister Loth forderte bei den Planungen „Augenmaß von allen Seiten“ ein und warnte vor zu großen Begehrlichkeiten, die die Kosten für die Turnhalle in die Höhe treiben könnten.

Maria Hofstetter

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