Das Handwerk ist keine Sackgasse – Freisprechung in Weilheim: Kreishandwerksmeister sieht große Chancen für 216 Gesellen

Die „Creme de la creme des Handwerks“, die Innungssieger, wurden bei der Freisprechungsfeier von Kreishandwerksmeister Stefan Zirngibl ausgezeichnet (v. li.): Martin Berchtenbreiter, Konstantin Lommatzsch, Martin Böswald, Sabrina Knöpfle, Peter Reindl, Barbara Baudrexl und Thomas Fichtl. Foto: Gsöll

„Das Handwerk ist keine Sackgasse, Ihnen steht nun alles offen, über die Berufsoberschule sogar bis hin zum Hochschulabschluss“, spornte Kreishandwerksmeister Stefan Zirngibl die JunggesellInnen an. 216 waren es, die am vergangenen Freitag in der Weilheimer Stadthalle, freigesprochen wurden.

Ganz wichtig sei, nach Ansicht des Kreishandwerksmeisters, neben dem während der Ausbildung erworbenen Fachwissen, Sachverstand und dem Beherrschen der dafür notwendigen Fähigkeiten, vor allem die Herzensbildung: „Sie sollen etwas sein und nicht nur etwas darstellen!“ Dann stelle sich auch der berufliche Erfolg ein. Hierbei spiele den Handwerkern auch die Energiewende in die Karten. Diese sei nämlich ein „riesiges Konjunkturpaket“ und könne das Handwerk über Jahre hinweg mit Aufträgen versorgen. Unüberlegte Aktion Zirngibl kritisiert drastische Kürzung der Solarförderung Hart ins Gericht ging Kreishandwerksmeister Stefan Zirngibl bei der Freisprechungsfeier in der Stadthalle mit der Politik in Deutschland. Das Handwerk werde durch unüberlegte „Hau-Ruck-Aktionen“ geschwächt. Aktuell sei dies die drastische Kürzung der staatlichen Solarförderung ab April um mindestens ein Drittel, die nicht nur bei den Verbänden der erneuerbaren Energien für einen Aufschrei gesorgt hat. Auch der Kreishandwerkerschaft bereitet diese Kürzung Sorgen, denn viele Betriebe haben mit der Anschaffung neuer Maschinen und Schulungen ihrer Mitarbeiter viel investiert, um auf dem vielversprechenden Markt der Solarenergie mithalten zu können. Eine Kürzung unzeitgemäßer Fördermittel sei völlig in Ordnung – allerdings nicht in dieser Höhe und nicht mit einer solchen Geschwindigkeit. „Für die betroffenen Betriebe ist dies ein Vertrauensbruch“, machte Zirngibl seinem Ärger über dieses Vorgehen Luft. Gustl Bernhofer, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Oberland, stellte die diesjährigen Innungssieger, die „Creme de la creme“ des Handwerks, vor: Martin Berchtenbreiter aus Oberau, Spengler, Konstantin Lommatzsch aus Dießen, Metallbauer, Martin Böswald aus Grainau, Kfz-Mechatroniker, Sabrina Knöpfle aus Penzberg, Bürokauffrau, Peter Reindl aus Mittenwald, Elektroniker der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik, und Thomas Fichtl aus Reichling, Feinwerkmechaniker. Bemerkenswert ist der Innungssieg von Barbara Baudrexl: „Sie ist vor drei Jahren schon einmal hier gestanden und hat ihren Gesellenbrief als Metallbauerin erhalten“, erinnerte sich Bernhofer. Ohne eine Lehre, sondern in Eigenregie, habe sie anschließend für die Gesellenprüfung zur Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk der Fachrichtung Fleischerei gelernt – und prompt als Beste bestanden. Sie arbeitet nun im Metzgereibetrieb ihres Vaters in Garmisch-Partenkirchen.

Meistgelesene Artikel

Es war einmal...

Region – Geschichten dienen als kulturelles Gedächtnis der Gesellschaft und sie regen die Fantasie an. Eine Form des Geschichtenerzählens ist das …
Es war einmal...

Pilotprojekt in Weilheim

Weilheim – Bei den Weilheimer Stadtwerken wird tief gebohrt. Der Grund: Das Unternehmen Gravity Power (GP) bereitet die Umsetzung des Pilotprojekts …
Pilotprojekt in Weilheim

Großes Lob für "Schutzengel"

Peißenberg – Ein bisschen umkam Georg Off ja schon das „schlechte Gewissen“, als er bei der Ehrungsfeier für die knapp 90 aktiven Schülerlotsen im …
Großes Lob für "Schutzengel"

Kommentare