Haus- und Grund Weilheim feiert 100. mit ernsten Tönen, Ehrengästen und Musical-Stars

Zum Geburtstagsfest kam der "Kini"

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Das Führungsteam von Haus und Grund Weilheim mit den Ehrengästen bei der 100-Jahrfeier: V. li.: Janet Marie Chvatal; Christian Lex, Geschäftsführer Haus- und Grund; Bürgermeister Horst Martin; Rudi Stürzer, Geschäftsführer Haus und Grund München; Dr. Ulrike Kirchhoff, Vorsitzende Haus- und Grund Bayern; Wolfgang Sartory, 1. Vorsitzender Haus- und Grund; Landrätin Andrea Jochner-Weiß; MdL Harald Kühn und Marc Gremm.

Weilheim – Nicht nur die neuesten Informationen vom Immobilienmarkt standen diesmal im Mittelpunkt der Hauptversammlung des Haus- und Grundbesitzervereins Weilheim. Angesichts des 100. Geburtstages, den der Verein in diesem Jahr feierte, kam in der bestens gefüllten Weilheimer Stadthalle auch das Feiern nicht zu kurz.

„So ein Jubiläum feiert man nicht alle Tage“, gratulierte der zweite Bürgermeister Horst Martin dem Jubilar. Auch die weiteren Ehrengäste, wie Landrätin Andrea Jochner-Weiß, hatten viele lobende Worte für den Verein parat, der von 54 Gründungsmitgliedern auf inzwischen 1 800 Mitglieder angewachsen ist. „Darauf sind wir besonders stolz“, freute sich Vereinschef Wolfgang Sartory, der nach einem Rückblick auf die Entstehung und Geschichte des Vereins auf die aktuelle Lage im regionalen Immobilienmarkt einging.

„Die Flucht in die Immobilien als Kapitalanlage ist nach wie vor ungebremst,“ erklärte Sartory den rund 500 Gästen. Die Nachfrage ist hoch, wobei auch das Angebot etwas besser wurde, da die Bautätigkeit deutlich zugenommen hat. Die Baugenehmigungen im Landkreis legten im Vorjahr um 29 Prozent und im laufenden Jahr sogar um 100 Prozent zu. Die rege Bautätigkeit änderte aber nichts an der Richtung der Preise, die weiter nach oben gehen. 4 000 Euro für den Quadratmeter bei Neubauten sind in Weilheim keine Seltenheit und bei Bestandswohnungen „werden bis zu 3 000 Euro verlangt und bezahlt“, sagte Sartory, der aber nach wie vor keine Immobilienblase sieht.

Für Baugrundstücke in der Kreisstadt kostet der Quadratmeter bis zu 700 Euro. „Wenn es überhaupt welche gibt“, erklärte Sartory, der diesmal auf den restlichen Landkreis nicht näher einging. Am Mietmarkt ist die Entwicklung ähnlich. 14 Euro je Quadratmeter für Mietwohnungen sind inzwischen erreicht. „Um weiter steigende Preise zu vermeiden, muss mehr gebaut werden“, schloss Sartory, der keine Wohnungsnot erkennen kann, seine Ausführungen.

Ins gleiche Horn stieß im Anschluss Christian Lex. „Das wurde auch vom Gericht bestätigt“, kritisierte der Geschäftsführer von Haus und Grund die Entscheidung der Stadt Weilheim, mittels Kappungsgrenze und Mietpreisbremse preisdämpfend zu wirken. Als nächstes rechnet er mit der Einführung eines Mietpreisspiegels, der viel Geld koste und wenig Aussagekraft besitze, wie der zu den Festrednern gehörende Rudi Stürzer, Chef von Haus- und Grund München, ausführte. „Der Mietpreisspiegel hat in München leider nichts mit der Realität zu tun“, schimpfte Stürzer. Dr. Ulrike Kirchhoff kritisierte die große Politik in Berlin und München, unter anderem wegen des Landesgesetzes zur Straßenausbaubeitragssatzung (Strabs).

Hauptredner Harald Kühn hatte zuvor deren Neuerungen vorgestellt. Der Landtagsabgeordnete spannte in seiner Rede den Bogen von regionalen Themen – „Ich hoffe, dass Weilheim bald eine Umgehungsstraße bekommt“ – bis nach Berlin und Europa. „Die Abschaffung der Afa war ein Fehler, die neue Immobilienkredit-Richtlinie muss geändert werden und die EZB-Zinspolitik ist nicht gut“, lauteten seine Schlagworte.

Neben vielen ernsten Worten rund um die Immobilie kam die Unterhaltung bei der Jubiläumsfeier nicht zu kurz. Das aus dem Musical „Ludwig²“ bekannte Duo „Janet und Marc“ alias Ludwig II. und Kaiserin Sissi begeisterte das Publikum mit einer bunten Mischung aus Musical-Welthits und sorgte so für „eine Versammlung, die hoffentlich lange in Erinnerung bleibt“, strahlte Sartory.

Von Roland Halmel

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