Pläne abgesegnet

Haus für Kinder: Teurer, aber mehr Förderung

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So soll das neue Haus für Kinder aussehen.

Schongau – Das Haus für Kinder am May-Gelände hat die nächste Hürde genommen: In seiner jüngsten Sitzung genehmigte der Stadtrat die Entwurfsplanung – allerdings in etwas abgespeckter Form. Offen blieb, wie der neue Kindergarten verkehrsrechtlich erschlossen wird.

An der Kubatur und dem Grundriss hatte Architekt Siegfried Bommersbach im Vergleich zur ersten Präsentation der Pläne Mitte März im Bauausschuss nichts mehr geändert. In dem Gebäude auf dem ehemaligen May-Gelände gegenüber dem Schulzentrum sollen drei Kindergarten- und eine Krippengruppe Platz finden. Ebenfalls vorgesehen ist ein Speisesaal sowie ein Innenhof. Neu ist eine behindertengerechte Kinder-Toilette.

Im Außenbereich soll sich die Lage im ehemaligen Lechbett widerspiegeln. Ruderboote als Spielschiffe, eine Flusslandschaft und ein Matschbereich sind nur einige der geplanten Ausstattungsmerkmale, die Kinderherzen höher schlagen lassen dürften.

Während die Pläne im Gremium von allen Seiten gelobt wurden, sorgte die finanzielle Seite für größere Diskussionen. Zwar kann die Stadt, wie Bauamtsmitarbeiter Robert Thomas vortrug, mit deutlich mehr Fördergeldern rechnen als bislang gedacht. Statt nur 750 000 Euro weist der Förderbescheid stolze 1,09 Millionen Euro aus.

Viel bleibt von dem Geldsegen unter dem Strich allerdings nicht übrig. Denn statt drei Millionen Euro wie im Haushalt veranschlagt, beläuft sich die Kostenschätzung inklusive eines fünfprozentigen Risiskopuffers nun auf 3,32 Millionen Euro. Einsparungen in Höhe von 200 000 Euro, die das Stadtbauamt ermittelt hat, sind dabei bereits eingerechnet.

Als Gründe für die Mehrkosten nannte Thomas unter anderem die nötige Pfahlgründung wegen des weichen Untergrunds sowie Lärmschutzmaßnahmen aufgrund der Lage an der stark befahrenen Marktoberdorfer Straße.

Der Stadtbauamtsmitarbeiter legte dem Gremium noch eine weitere Liste mit Einsparmöglichkeiten vor. Diese hätten allerdings wesentlichen Einfluss auf das Konzept und die Gestaltung, gab er zu bedenken. So sei es möglich, den Speisesaal zu streichen, da dieser nicht zwingend vorgeschrieben sei. Kostenpunkt: 88000 Euro.

Derart weit ins Konzept eingreifen wollte freilich keiner der Räte. Eingespart wurde dennoch. Statt Holzdecken und -wände entschied man sich mehrheitlich für günstige, aber genauso funktionelle Gipskarton-Lösungen. Das ließ die Kosten von 3,32 auf 3,24 Millionen Euro sinken.

Stephan Hild (UWV) ging jedoch auch das nicht weit genug. Der Bauingenieur hielt nicht nur die teure Pfahlgründung für überflüssig („nebenan stehen vierstöckige Häuser“), sondern hielt auch den Quadratmeterpreis für völlig überzogen. „Die Summe ist nicht vermittelbar. Das muss eine halbe Million Euro günstiger werden“, forderte er.

Thomas hingegen verteidigte die Zahlen als „schlüssig“ und verwies auf die BKI-Baukostenplanung, nach der man sich gerichtet habe, sowie auf das Baugrundgutachten. Schützenhilfe bekam er von SPD-Stadtrat Friedrich Zeller. „Das ist kein Privatbau. Wir dürfen hier nicht Äpfel und Birnen vergleichen.“ Fördergelder würden im Übrigen nur bewilligt, wenn die Kosten einem gewissen Rahmen entsprächen, betonte er. Und Stadtbaumeister Ulrich Knecht gab zu bedenken, dass in den Kosten bereits die komplette Innenausstattung enthalten sei.

Keine Lösung gab es hinsichtlich der künftigen Erschließung des neuen Kindergartens und des auf dem Gelände geplanten Lehrerparkplatzes. Wie berichtet lässt die Stadt zur Zeit ein neues Verkehrsgutachten für den Bereich Schulzentrum erstellen. Die bislang ermittelten Ergebnisse seien jedoch noch nicht zufriedenstellend, räumte Stadtbaumeister Ulrich Knecht auf Nachfrage ein. „Das Thema ist sehr komplex.“

Lösung für Gärtnerei

Eine Lösung zeichnet sich hingegen für die Gärtnerei May ab, die das Gelände bislang von der Stadt gepachtet hatte und zuletzt auf der Suche nach einem neuen Standort war. In der Bauausschusssitzung am Dienstag wurde bekannt, dass sich der Betrieb im Außenbereich nördlich der Altenstadter Straße ansiedeln will. Einem entsprechenden Antrag auf Vorbescheid gab das Gremium einstimmig statt.

Christoph Peters

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