Gerd Anthoff liest den berühmten Klassiker von Ludwig Thoma

"Heilige Nacht" an historischem Ort

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Der Schauspieler Gerd Anthoff ist am zweiten Advent erneut in Schongau zu Gast.

Schongau – Sie ist längst ein Klassiker: die „Heilige Nacht“ von Ludwig Thoma. Genau hundert Jahre ist es her, dass der bayerische Schriftsteller seine Idee, die Weihnachtsgeschichte in einem oberbayerischen Dorf spielen zu lassen, zu Papier brachte. Am zweiten Advent wird Gerd Anthoff den berühmten Mundarttext im Schongauer Ballenhaus lesen. An Land gezogen hat das Gastspiel des bekannten Münchner Schauspielers und Grimme-Preisträgers der Theaterverein Schongau.

Es ist noch gar nicht so lange her, da weilte Gerd Anthoff, der vielen durch seine Rolle als Unternehmer Rambold in der Serie „Der Bulle von Tölz“ ein Begriff sein dürfte, schon einmal in der Lechstadt. Im Januar spielte er gemeinsam mit seinen Schauspielkollegen Conny Glogger und Michael Lerchenberg „Opern auf Bayrisch“ im Jakob-Pfeiffer-Haus. Organisiert hatte den Abend der Theaterstadl Schongau.

Das Engagement eines Profiensembles war ein Novum für den Verein, der bis dato vor allem für Aufführungen mit heimischen Laienschauspielern bekannt war. Der Versuchsballon, der angesichts der Kosten durchaus ein Wagnis für den Verein mit seinen 67 Mitgliedern darstellte, entpuppte sich als Volltreffer. „Es ist sehr gut angekommen“, blickt Peter Mahl zurück. So gut, dass der Vorstand sich gleich den geplanten zweiten Teil der „Opern auf Bayrisch“ für 2018 sicherte.

Doch solange muss sich das Publikum nicht für ein Wiedersehen mit Gerd Anthoff gedulden. Am zweiten Advent wird der Grimmepreisträger erneut in Schongau zu Gast sein. Begleitet von den Eschenloher Sängern mit Zither liest der Künstler im Ballenhaus die berühmte „Heilige Nacht“ von Ludwig Thoma. Eingefädelt hat auch dieses Gastspiel der Theaterstadl.

„Wir wollten nicht, dass die Lücke zwischen den beiden Oper auf Bayerisch-Aufführungen zu groß wird“, erklärt Mahl. Als ihm der Weilheimer Thomas Berg von der Agentur „Künstler Berg Werk“ im März passend zum 100. Geburtstag der „Heiligen Nacht“ die Lesung mit Anthoff anbot, zögerte Mahl nicht lange und schlug zu. „Das ist eine ganz tolle Sache“, schwärmt der Vorstand.

Der Plan war, die Tickets zu verschenken

Der Vorverkauf der Karten für die Veranstaltung am 4. Dezember im Ballenhaus ist bereits angelaufen. Mahl ist optimistisch, dass die Nachfrage das Angebot übersteigt. „Wir wollen damit ja nichts verdienen. Uns ist wichtig, dass wir nicht draufzahlen.“ Dieses Ziel wäre bei einem ausverkauften Saal erreicht.

Ursprünglich hätte der Vorstand die Tickets sogar am liebsten verschenkt. Geplant war, die Mitarbeiter von sozialen Einrichtungen wie Bergwacht, THW oder Schulweghelfer einzuladen – quasi als Dankeschön dafür, „dass sie das ganze Jahr für uns Schongauer da sind“, erklärt Mahl. Das nötige Geld von 500 Euro für jeden der zehn Tische sollten Sponsoren übernehmen.

„Leider hat das Ganze nicht so geklappt“, sagt der Vorsitzende enttäuscht. So hätten nur drei Unternehmen – Möbelcentrale, Sparkasse und Hirschvogel – ihre Unterstützung zugesagt. Vom Rest erhielt Mahl nur Absagen. An der Idee will er dennoch festhalten, wenn auch nun in reduzierter Form. Statt ganzer kostenloser Tische erhalten die Einrichtungen drei Gratis-Tickets für die Lesung.

Die Bewirtung am Veranstaltungsabend übernehmen die Mitglieder des Theatervereins selbst. Karten zu 23 Euro sind ab sofort im Vorverkauf im Café Müller in der Kirchenstr. 8 in Schongau oder per E-Mail an theraterstadl.schongau@gmail.com erhältlich.

Christoph Peters

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