Herzogsägmühler Beratungsstelle hilft alkohol- und drogengefährdeten Jugendlichen

Rechtzeitig die Notbremse ziehen

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Weisen auf ihr kostenloses Hilfsangebot hin: Martin Gerl (li.) und Ulrich Demmel. 

Weilheim/Landkreis – „FRIDA“ und „GERDA“: Zwei lebenslustige junge Damen? Kann sein. Wenn Ulrich Demmel und Martin Gerl die beiden Namen verwenden, bekommen sie allerdings eine ganz andere Bedeutung: In den Präventionskursen „FRIDA“ und „GERDA“ arbeiteten sie in den vergangenen Jahren mit über 700 jungen Frauen und Männern aus dem Landkreis, um sie zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Suchtmitteln zu bewegen.

Junge Menschen experimentieren mit einer Vielzahl an legalen und illegalen Drogen und übersehen dabei, wie schnell sie in eine verhängnisvolle Abhängigkeit geraten können. „Jeder Kursteilnehmer“, so Demmel, „hat bereits eine gefährliche Situation im Umgang mit Alkohol und Drogen erlebt.“ Als Beispiel führte der Leiter der Psychosozialen Beratungsstelle von Herzogsägmüh- le bei einem Gespräch in Weilheim eine Alkoholvergiftung, Auffälligkeiten in Verkehr und Schule oder eine Straftat an. Um diesen Entwicklungen entgegenzusteuern, bietet die Suchtberatungsstelle im Herzog-Christoph-Haus in Weilheim seit 2003 mit „FRIDA“ und „GERDA“ zwei präventive, kostenlose Kurse für 14- bis 21-Jährige an. 

Jeweils zwei Suchtberater leiten die Treffen. Nach einem Vorgespräch kommt die Gruppe fünf Mal zusammen, um den eigenen Konsum kritisch zu reflektieren, Hilfsangebote kennenzulernen und schließlich das Verhalten zu ändern. Vermittelt werden die Teilnehmer von Einrichtungen wie Jugendamt oder Jugendgericht, aber auch über die Schule oder das Elternhaus. Demmel führt mit den Suchtberatern Gerl, Mathilde Funk und Jutta Arzt bis zu acht Kurse im Jahr durch. Lag ihr Schwerpunkt anfangs auf den illegalen Drogen, geben heute der riskante Alkoholkonsum (Komasaufen) und Partydrogen (Legal Highs), wie „Kräutermischung“ und „Badesalz“, welche übers Internet besorgt werden, Anlass zur Sorge. „Der Drogenmarkt“, stellt Gerl fest, „bringt immer neue gefährliche Substanzen hervor, die von der Gesetzgebung noch nicht erfasst sind.“ Auch der unkontrollierte Umgang mit dem Internet – jederzeit online sein – birgt ein großes Suchtpotenzial. 

 Über die Wirkung ihrer Präventionsangebote gibt den Suchtberatern eine telefonische Umfrage unter ehemaligen Teilnehmern Auskunft, die vor einigen Wochen durchgeführt worden ist. „95 Prozent der Befragten“, fasst Gerl das Ergebnis zusammen, sagten, „seither in Verbindung mit Alkohol- und Drogenkonsum keine riskante Situation mehr erlebt zu haben.“ Für Demmel und seine Kollegen in der Suchtberatung ist dies ein großer Ansporn, auf Kurs zu bleiben und weiterzumachen mit „FRIDA“ (Frühintervention bei Drogen- und Alkoholkonsum) und „GERDA“ (Gesprächskreis bei regelmäßigem Drogen- und Alkoholkonsum). Infos und Anmeldungen zu den Kursen, bei denen die Berater der Schweigepflicht unterliegen, unter Tel. 0881/ 924520-251.

Von Maria Hofstetter

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