Herzogsägmühle plant neuen Gebäudekomplex

Büros, Sozialräume und Apartments

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Eine Ansicht des Gebäudekomplexes, der an der Oblandstraße entstehen soll: links Büros und Sozialräume, rechts Platz für „variables Wohnen“.

Herzogsägmühle – Büros, Sozialräume, aber auch Apartments für „variables Wohnen“: Das soll mitten im Diakoniedorf Herzogsägmühle entstehen. An der Oblandstraße 8 ist ein zweistöckiger Gebäudekomplex geplant. Dort sollen auf einer Seite für die Herzogsägmühler Gärtnerei Büros und Sozialräume untergebracht werden. Neben dem Innenhof ist ein zweiter Riegel vorgesehen, wo 21 Apartments mit je 37 Quadratmeter Fläche Platz haben. Dort sollen vorläufig Asylbewerber einziehen, die schon anerkannt sind.

Der Begriff „Variables Wohnen“ hat damit zu tun, dass die Einheiten „relativ flexibel“ zu handhaben sind, wie es Marktbaumeister Jochen Rohrmoser im Bauausschuss formulierte. Für Familien können auch mal zwei Apartments zusammengelegt werden. Den Bauantrag hat die Innere Mission München als Trägerverein von Herzogsägmühle gestellt.

Für Gemeinderat Peter Ostenrieder war es wichtig zu betonen, dass es „keinen Wohnungsbau für anerkannte Asylbewerber gibt“. Er habe sich gewundert, weil bisher in Herzogsägmühle Bauanträge unter dem Aspekt der Sondernutzung immer dann bewilligt worden seien, wenn die Häuser für Personen bestimmt sind, die Betreuung benötigen oder für Menschen, die dort arbeiten. Da gelte es aufzupassen. „Sonst machen wir ein Riesenfass auf“, kommentierte Ostenrieder. Man könne baurechtliche Gegebenheiten aus Jahrzehnten nicht einfach über Bord werfen.

Stefan Kort, geschäftsleitender Beamter im Peitinger Rathaus, sagt auf Anfrage, der Einwand, dass es in Herzogsägmühle keine spezielle Regelung zum Wohnbau für anerkannte Asylbewerber geben dürfe, sei „nicht ganz von der Hand zu weisen“. Dies müsse letztlich das Landratsamt entscheiden.

Andreas Kurz, in Herzogsägmühle verantwortlich für den Fachbereich Menschen in besonderen Lebenslagen, betont auf Anfrage der Redaktion, dass die Apartments vorübergehend mit anerkannten Asylsuchenden belegt werden können. Zeitlich befristete Mietverträge werde es aber nicht geben. Es bestünde die Option, dass dort später Menschen einziehen, die auf ambulante Betreuung angewiesen sind, wie sie in dem Diakoniedorf geleistet werde. Die Flüchtlingsarbeit sei zudem „ein originärer Teil der Diakonie“, was früher noch nicht so zum Tragen gekommen sei. Zunächst würden die Apartments auf jeden Fall anerkannten Flüchtlingen angeboten.

Wohnungspakt Bayern

Wie Kurz erklärt, wird das Gebäude als sozialer Wohnungsbau durch die Regierung von Oberbayern gefördert. Dies erfolge unter dem Programm „Wohnungspakt Bayern“, mit dem der Staat den Bau zu vermietender Einheiten forcieren möchte.

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