Hilfe nicht nur vor der Geburt – Donum Vitae berät Schwangere im Konflikt, aber auch Männer und Familien

164 Frauen und Männer hat die Beratungsstelle des Vereins Donum Vitae im Landkreis Weilheim-Schongau im vergangenen Jahr beraten. Die Sozialpädagoginnen der Beratungsstelle Garmisch-Partenkirchen, die auch Außensprechtage in Weilheim anbieten, sind Ansprechpartnerinnen für Frauen, die aufgrund ihrer Schwangerschaft Probleme haben.

24 Frauen waren es 2009, bei denen nach einem Gespräch ein so genannter Beratungsschein ausgestellt wurde. Dieser ist notwendig, um eine Abtreibung vornehmen zu lassen. Es soll so gewährleistet werden, dass eine Frau sich eingehend mit ihrer Situation und möglichen Alternativen auseinander gesetzt hat, bevor sie sich zu diesem Schritt entscheidet. „Dabei spielt vor allem die finanzielle Situation häufig eine wichtige Rolle“, erklärt Alexandra Bauer vor der Außenstelle Schongau. Wenn eine Frau nicht sicher sei ihr Kind überhaupt ernähren zu können, könne dies ein Grund für eine Abtreibung sein. Hier versuchen die Beraterinnen die Frauen über Möglichkeiten zu informieren, Unterstützung zu bekommen, wenn sie sich für das Kind entscheiden. Auch nach der Geburt gehe die Betreuung weiter. „Gerade die ersten drei Lebensjahre sind enorm wichtig für die Bindung zwischen Mutter und Kind“, sagt die Landesvorsitzende von Donum Vitae, Maria Eichhorn bei ihrem Besuch bei der Außenstelle Weilheim am vergangenen Montag. Genauso gehöre aber auch die psychologische Betreuung der Frau nach einem Schwangerschaftsabbruch dazu. Der Verein Donum Vitae wurde 1999 gegründet, die Beratungsstelle in Garmisch-Partenkirchen existiert seit 2001. „Der Verein ist eigentlich eine Laienorganisation“, so Eichhorn. Er wurde gegründet, weil die Schwangerenberatungsstellen der katholischen Kirche aus der staatlichen Konfliktberatung aussteigen mussten. Heute bietet Donum Vitae an 60 Orten in Bayern Schwangerenberatung an. Zusätzlich engagieren sich die Mitglieder in der Beratung zur der Pränataldiagnostik oder in der Sexualaufklärung bei Kindern und Jugendlichen an Schulen. „Von Jahr zu Jahr steigt auch die Zahl der Männer, die wir (mit-)beraten“, sagt die Leiterin der Beratungsstelle Garmisch-Partenkirchen, Beate Hickethier. „Darum setzen wir vermehrt auch männliche Berater ein. Denn werdende Väter gehen lieber zu Beratern.“ Auch im Bereich der sexuellen Aufklärung sei es von Vorteil, wenn Männer zum Team gehörten, da Mädchen lieber mit Frauen sprechen würden, Jungen hingegen eher mit Männern. „Als Donum Vitae gegründet wurde, haben viele Frauen den ,sicheren Schoß’ der katholischen Kirche verlassen, um bei uns tätig sein und weiterhin Frauen im Konfliktfall beraten zu können. Und das, obwohl die Zukunft des Vereins damals noch völlig unsicher war“, erinnert sich Eichhorn. Seitdem wurde das Beratungsangebot weiterentwickelt und so gibt es neben der allgemeinen Schwangerenberatung und Schwangerschaftskonfliktberatung heute auch differenziertere Angebote wie zum Beispiel das Projekt „Unter anderen Umständen schwanger“, das sich an werdende Eltern wendet, die befürchten, ein behindertes Kind zu bekommen. Das „MOSES-Projekt - Hilfe für verzweifelte werdende Mütter“ berät und begleitet Mütter bei anonymer Geburt. Die Mütter können sich nach der Geburt entscheiden, ob sie ihr Kind zur Adoption freigeben wollen. Das Verhältnis zur katholischen Kirche sei auch heute noch schwierig, „in manchen Diözesen mehr, in anderen weniger“, so Eichhorn. Sie sei schon froh darüber, wenn das Verhältnis sich „schiedlich friedlich“ darstelle, denn letztendlich sei das Ziel der Kirche und von Donum Vitae, Leben zu erhalten. „Nur die Wege sind eben unterschiedlich.“ Weitere Informationen über Donum Vitae gibt es unter www.donum-vitae-bayern.de. Die zentrale Beratungsstelle Garmisch-Partenkirchen ist erreichbar unter Tel. 08821/9431330 und www.donumvitaegap.de. Dort werden auch Termine für die Außenberatungsstellen in Weilheim (jeden 1. und 3. Montag), Schongau (Montag) und Penzberg (jeden 2. und 4. Montag) vergeben. Das MOSES-Notruftelefon hat die Nummer 0800/0066737.

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