Hilfe für Obdachlose In Peißenberg gibt es noch Nachholbedarf

Die drei Fachstellen zur Vermeidung von Obdachlosigkeit im Landkreis, die im Oktober 2011 ihre Arbeit aufgenommen haben, können sich nicht über mangelnde Beschäftigung beklagen. Das geht aus einem Tätigkeitsbericht hervor, den Birgit Gutzeit vom Fachstellenträger Herzogsägmühle und Beratungsmitarbeiterin Ulrike Mühlegger in der jüngsten Marktratssitzung präsentierten.

Demnach wurden in den drei „Clustern“ Weilheim, Schongau und Peißenberg im Zeitraum zwischen Oktober 2011 und März 2012 insgesamt 91 Fälle betreut, davon 42 Einzelpersonen, 24 Familien, sechs Paare sowie 19 Alleinerziehende. Aufgeteilt auf die Regionen wurden in Weilheim 28 und in Schongau 23 Fälle registriert. „Spitzenreiter“ ist der „Cluster Peißenberg“ mit 34 Fällen, wobei sich der Löwenanteil auf die Marktgemeinde selbst bezieht und nur drei Fälle in den beteiligten Kommunen Hohenpeißenberg, Eberfing und Huglfing aufgenommen wurden. Den Grund für die hohen Fallzahlen in Peißenberg vermutet Birgit Gutzeit in dem bislang eher eingeschränkten Beratungsangebot vor Ort. In Weilheim und Schongau würde es bereits seit mehreren Jahren Anlaufstellen für Schuldnerberatungen geben, die gut angenommen werden. Auch sei im westlichen Teil des Landkreises die Nähe zum Diakoniedorf Herzogsägmühle von Vorteil. Um den „spezifischen Bedarf“ abdecken zu können, warb Gutzeit im Gemeinderat um eine Aufstockung der Stundenzahlen in Peißenberg. Derzeit sind für die im Bürgerbüro an der Sonnenstraße untergebrachte Fachstelle 16 Stunden pro Woche eingeplant. Nach Meinung der Expertin „zu wenig“, um auf Dauer die professionelle Arbeit gewährleisten zu können. Unterm Strich, so Gutzeit, würden sich die Gemeinden durch die präventive Tätigkeit der Fachstellen die teuren Unterbringungskosten für Obdachlose sparen: „Je früher wir Kenntnisnahme von den betroffenen Personen haben, umso erfolgreicher kann der Wohnungsverlust abgewendet werden“. Die Kontaktaufnahme zur Fachstelle geschieht zumeist über die Gemeinden, Vermieter oder aus Eigeninitiative. Im Rahmen der Beratung wird vor allem über mögliche Rechtsansprüche und Hilfsangebote aufgeklärt sowie mit den zuständigen Behörden verhandelt. „Es vergeht kaum ein Tag, an dem ich keinen Kontakt mit dem Job-Center habe“, berichtete Ulrike Mühlegger. Auffällig sei in Peißenberg „nicht die Art, sondern die Masse der Fälle“. Von März bis April seien bereits wieder 12 neue Klienten hinzugekommen: „Ein spezielles Fallschema gibt es aber nicht“, so die Fachstellenleiterin.

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