Vorfahrtsänderung beschlossen

Was sich am Hirschvogeleck ändert

+
So sieht die neue Verkehrsführung aus, die der Marktgemeinderat jetzt in seiner jüngsten Sitzung beschlossen hat.

Peiting – Es musste, weil Landratsamt und Polizei darauf drängen, eine Entscheidung her; aber die ist denkbar knapp ausgefallen: Mit zwölf zu elf Stimmen hat eine knappe Mehrheit der Peitinger Gemeinderäte der Vorfahrtsänderung am Hirschvogeleck zugestimmt. Dies bedeutet, dass die abknickende Lösung bald passe ist und stattdessen bevorrechtigt ist, wer auf der Schongauer Straße und auf der Poststraße (bisher untergeordnet) unterwegs ist. Dies wird ein Jahr auf Probe so gemacht. Als zweites wird die (bislang ebenfalls abknickende) Vorfahrt an Oberer Straße und Schongauer Straße neu geregelt. Vorrang hat künftig, wer von Füssen/Steingaden kommt.

Beinahe hätten die Gemeinderäte Christian Lory und Alexander Zila eine Mehrheit für ihren kurzfristig eingebrachten Vorschlag bekommen, der einen Ringverkehr mit Einbahnstraße in der Mitte von Peiting vorsieht. Diese Variante fand quer durch die Fraktionen Unterstützer. Sie ist am Schluss denkbar knapp abgelehnt worden.

In der Skizze, die Lory und Zila kurzfristig zur letzten Sitzung vorgelegt haben, gibt es Einbahnstraßen gegen den Uhrzeigersinn. Wer von Schongau kommt, kann an der oberen Einmündung nicht links abbiegen, sondern muss auf der Füssener Straße einige hundert Meter weiterfahren bis zur Meierstraße. Dort ist dem der Vorschlag der beiden SPD-Gemeinderäte zufolge das Abzweigen Richtung Ammergauer Straße und unteren Hauptplatz (Rathaus, Sparkassenhaus) möglich.

Der Vorschlag würde freilich auch bedeuten, dass, wer aus Richtung Steingaden nach Peiting kommt, auf der Füssener Straße an der Einmündung Meierstraße rechts abbiegen muss, selbst wenn er nicht nur in die Ortsmitte möchte, sondern mit Auto oder Lkw weiter nach Schongau will. Als Vorteile nannte Zila aber die Tatsache, dass durch eine solche Einbahnstraßen-Regelung nicht nur das unfallträchtige Hirschvogeleck entschärft werde, sondern zudem durch eine Einbahnstraßen-Regelung im Ortskern auch ein angenehmes Abbiegen an mehreren Einmündungen ermöglicht werde. An der unteren Meierstraße sei z.B. Platz für eine eigene Spur links zum Einordnen Richtung Hauptplatz.

Einjähriger Versuch

Doch jetzt kommt – vorerst als einjähriger Versuch – die Änderung der bislang abknickenden Vorfahrt. Bevorrechtigt ist künftig, wer mit Rad, Krad, Auto oder Lkw geradeaus auf der Schongauer Straße Richtung Osten zur Poststraße unterwegs ist bzw. in umgekehrter Richtung. Warten müssen hingegen diejenigen, die aus Richtung Rottenbuch kommen und über den unteren Hauptplatz nach Schongau weiter wollen. Mit dieser Regelung wird auch eine Fußgängerampel erforderlich. Diese soll an der Poststraße installiert werden.

Zum zweiten wird die abknickende Vorfahrt 100 Meter weiter westlich an der Schongauer Straße abgeschafft. Wer sich der Einmündung aus Richtung Steingaden nähert, muss dort bislang warten, wenn er weiter Richtung Schongau bzw. Herzogsägmühle möchte. Künftig ist er dort bevorrechtigt.

Bürgermeister Michael Asam verwies auf die Klausurtagung zur Verkehrsführung im Ortskern vom März 2016, auch darauf, dass man schon drei Gutachter „verschlissen“ habe, und gab dann zu verstehen: „Ich will heute keine Grundsatzdebatte mehr.“ Und er ergänzte: „Wir müssen jetzt was liefern.“

Lebhaft wurde dann das Pro und Kontra zur Vorfahrtsänderung bzw. zum Vorschlag des großen Ringverkehrs erörtert. Die Meinungen reichten von „Bin für den Status quo“ (Herbert Salzmann) über „Da gehen wir alle unvoreingenommen in einen Versuch rein“ (Herwig Skalitza) und über „Das wurde von Geschäftsleuten schon vorgeschlagen, die hier wohnen und arbeiten“ (Gerhard Heiß zum Ringverkehr) bis zu „Separate Abbiegespuren im Ringverkehr ermöglichen ein gutes Abfließen an Einmündungen (Christian Lory).

Johannes Jais

Meistgelesene Artikel

Akute Geldnot als Tatmotiv

Weilheim – 38 Einbrüche gehen seit April auf das Konto eines Weilheimers, den die Polizei am vergangenen Sonntag auf frischer Tat ertappt und …
Akute Geldnot als Tatmotiv

Im Januar ist der Kreistag am Zug

Weilheim – Der Kreisausschuss hat am Montag die vorliegenden Beschlüsse für den Berufsschulneubau abgesegnet und der Kostenschätzung – mit jeweils …
Im Januar ist der Kreistag am Zug

Spatenstich fürs Haus für Kinder

Schongau – Während am Schongauer Schulzentrum schon seit längerem die Bagger rollen, ist nun auch auf der anderen Seite der Marktoberdorfer Straße …
Spatenstich fürs Haus für Kinder

Kommentare