„Historischer Beschluss“

Herzogsägmühle bekommt ein allgemeines Wohngebiet

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Hinten die Häuser am Roten Berg in Herzogsägmühle . Die freie Wiese davor soll zu einem allgemeinen Wohngebiet werden.

Herzogsägmühle – Die Zeit ist reif dafür, dass in Herzogsägmühle ein allgemeines Wohngebiet entsteht, wo sich jedermann wie auf dem freien Markt für ein Grundstück bewerben kann. Es gibt dafür keine Auflage wie ein Einheimischenmodell oder finanzielle Kriterien. Die Peitinger Marktgemeinderäte haben einer Änderung des Flächennutzungsplanes einmütig zugestimmt. Bürgermeister Michael Asam sprach von einem „historischen Beschluss“.

Konkret betrifft dies den Bereich am Roten Berg. Dort sind seit den achtziger Jahren bereits mehrere Häuser errichtet worden. Bisher dürfen dort aber nur Beschäftigte wohnen, die in Herzogsägmühle arbeiten. Das soll sich in den nächsten Jahren ändern.

Für Herzogsägmühle-Direktor Wilfried Knorr hat sich das jahrelange Bohren und Nachhaken gelohnt. Der formale Beschluss vom Sondergebiet für soziale Zwecke hin zum allgemeinen Wohnungsbau ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu einem normalen Dorf.

Die baurechtliche Öffnung betrifft das Gebiet am roten Berg. Von den am Waldrand stehenden Häusern reicht es nach Westen hinunter bis zur von Kahl-Straße. Dort ist jetzt noch grüne Wiese.

Auf Erbpacht-Basis

Die Fläche ist im privaten Besitz; sie gehört dem Trägerverein von Herzogsägmühle, nämlich der Inneren Mission München. Die Veräußerung der Grundstücke erfolgt über den Eigentümer auf Erbpacht-Basis, wie auch Direktor Wilfried Knorr im Gemeinderat kurz erläuterte.

Bürgermeister Michael Asam betonte, dass ein „Teilbereich“ von Herzogsägmühle für die Bevölkerung geöffnet werde. Herzogsägmühle sei ständig im Wandel der Zeit. Es gebe Mitbürger, die dort wohnen möchten.

Dabei verwies Asam auf Interessenten, die dorthin wollen, weil in Herzogsägmühle ein Angehöriger etwa ambulant oder stationär betreut werde. Nunmehr würde ein „gewisses Umdenken“ eingeleitet. Man werde „von der Klassifizierung des Diakoniedorfes“ wegkommen.

Gemeinderat Andreas Barnsteiner (BVP) meinte, mit so einem Beschluss könnten die Preise für Bauland steigen, wo doch der freie Markt ohnehin „grad hektisch“ sei. Er fragte nach, ob man damit nicht „alle Türen“ aufreiße. Herbert Salzmann (SPD) hielt dem entgegen, je mehr Grundstücke angeboten würden, desto eher sei mit einem Nachgeben der Bauland-Preise zu rechnen.

Johannes Jais

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