Manfred Wodarczyk im Interview

Historischer Markt: "Sind jetzt da, wo ich immer hin wollte"

+
Manfred Wodarczyk packt beim Abbauen mit an.

Schongau – Die große Bühne am Volksfestplatz wird in ihre Einzelteile zerlegt, Standbetreiber packen ihre Sachen zusammen. Mittendrin steht Manfred Wodarczyk. Der 59-Jährige hat auch beim Abbau des Historischen Marktes das Zepter in der Hand. Im Interview mit dem Kreisboten zieht der Vorsitzende des Vereins „Schongauer Sommer“ Bilanz.

Herr Wodarczyk, acht Vorführungen der „Henkerstochter“, elf Tage Historischer Markt: Der Schongauer Sommer war für Sie heuer besonders intensiv. Reicht‘s da jetzt erst einmal mit Mittelalter oder überwiegt doch der Wehmut, dass alles vorbei ist?

Wodarczyk: „Wehmut sicher nicht, nach dem Ende des Historischen Markts freue ich mich auf die Pause. Wobei mich das Theater und der Markt noch bis Oktober beschäftigen werden, denn jetzt kommt erst einmal die Abrechnung.“

Wie sieht‘s denn in der Kasse aus?

Wodarczyk: „Ich denke, dass wir mit einer schwarzen Null rausgehen werden.“

Sie sind also zufrieden mit den elf Tagen Markt?

Wodarczyk: „Ja, wenn man mal die vier Tage mit schlechtem Wetter beiseite lässt. Die Veranstaltung ist sehr gut angenommen worden, teils haben uns Urlauber aus Spanien, Italien und der Schweiz besucht. Wir sind jetzt da, wo ich immer hin wollte, nämlich das der Historische Markt nicht nur von den Schongauern als Attraktion gesehen wird, sondern auch von Leuten außerhalb der Region.“

Die Zahl der Besucher ist heuer allerdings leicht zurückgegangen.

Wodarczyk:  „Das stimmt. Durch die verregneten Tage, an denen es auch noch sehr kalt war, haben wir insgesamt zwischen 6000 und 10000 Besucher weniger gehabt. Aber das Wetter muss man akzeptieren.“

Wie fällt das Urteil der Fieranten aus?

Wodarczyk: „Ich bin niemand, der zu jedem rennt und ihn fragt, ob er genug Geschäft gemacht hat. Aber viele haben mich angesprochen und gesagt, dass sie nächstes Jahr wieder dabei sein wollen. Das ist doch ein gutes Zeichen. Für den Großteil ist der Historische Markt ja schon zu einer zweiten Heimat geworden. Das ist schon fast eine Familie.“

Was ist bei den Besuchern besonders gut angekommen?

Wodarczyk: „Das Hexenkarussell hat bei den Kindern voll eingeschlagen. Ebenso die Stände, die alte Handwerkskunst demonstriert haben. Das wollen die Leute sehen.“

Wo gibt es Verbesserungspotenzial?

Wodarczyk: „Ganz klar bei den Toiletten. Ich würde mir wünschen, dass wir von Containern zu einer fest installierten Lösung kommen. Das wäre auch für die Camper gut, die den Platz ja sonst nutzen. Mit Bürgermeister Falk Sluyterman habe ich schon gesprochen. Wir werden uns demnächst zu einem Ideenaustausch treffen, da wird das sicher ein Thema sein.“

Kommen wir zu den weniger schönen Dingen. Es gab Berichte, wonach alkoholisierte Asylbewerber Standbetreiber angegangen seien und junge Mädchen verfolgt und belästigt hätten. Können Sie das bestätigen?

Wodarczyk: „Ja, das kann ich leider. Nach Rücksprache mit unserem Sicherheitsleiter Stefan Junitsch haben wir während des Marktes darauf reagiert und das Sicherheitspersonal aufgestockt. So indiskutabel das Verhalten mancher war, so darf man deshalb aber nicht alle über einen Kamm scheren. Die zehn Asylbewerber, die beim Auf- und Abbau mithalfen, haben ihre Sache anständig erledigt.“

Welche Konsequenzen ziehen Sie aus den Zwischenfällen für das kommende Jahr?

Wodarczyk: „Wir werden auf jeden Fall das Sicherheitspersonal noch einmal verstärken.“

Wenn wir gerade bei der nächsten Auflage des Historischen Marktes sind: Wird er wieder unter Ihrer Regie stattfinden? 

Wodarczyk: „Da müssen wir abwarten, ob ich im Herbst bei der Mitgliederversammlung wieder gewählt werde (lacht). Natürlich geht einem bei so einem Kraftakt wie heuer mit Festspiel und Markt viel durch den Kopf. Mir macht es immer noch sehr viel Spaß, mit den ganzen Leuten zusammenzuarbeiten. Aber ich werde auch nicht jünger. Von daher schauen wir mal, ob und wie es weitergeht.

Interview: Christoph Peters

Historischer Markt 2016

Meistgelesene Artikel

Tablets für die fünf Besten

Weilheim – Wie lassen sich gute Leistungen in der Ausbildung noch weiter verbessern, das Interesse am Beruf steigern und letztlich das Prüfungsniveau …
Tablets für die fünf Besten

Aus für Turnhalle trifft TSV ins Mark

Weilheim – Der TSV sah sein Projekt Dreifachsporthalle schon auf einem guten Weg, sogar ein Bauplatz nahe der Stadthalle war gefunden. Umso …
Aus für Turnhalle trifft TSV ins Mark

Betrunken in geparktes Auto gekracht

Schongau – Erst baute er am Montagabend in betrunkenem Zustand einen Unfall, dann wollte ein 27-jähriger Hohenfurcher sein Missgeschick auch noch …
Betrunken in geparktes Auto gekracht

Kommentare