Hochspannung bis zum Schluss Gelungener Auftakt der dreizehnten Weilheimer Festspiele mit dem Psychothriller "Misery"

Der verletzte Bestsellerautor Paul Sheldon (Jo Vollrath) wird von der psychopathischen Ex-Krankenschwester Anni Wilke (Yvonne Brosch) zum Weiterschreiben erpresst. Seine Romanheldin Misery darf nicht sterben. Fotos: Müller

Mit dem Psychothriller „Misery“ von Stephen King als Auftakt und ausverkauftem Haus starteten die Weilheimer Festspiele in die neue Saison.

Die gelungene Umsetzung des Romans von Simon Moore zum Theaterstück ist nichts für schwache Nerven und der Hinweis auf den Ankündigungen „Vorsicht Spannung!“ ist durchaus berechtigt. Was harmlos beginnt wandelt sich schnell zum Grusel und endet für einen der Darsteller des Zweipersonenstücks dramatisch. Yvonne Brosch als vorbestrafte Ex-Krankenschwester Anni Wilke und Jo Vollrath als Erfolgsautor Paul Sheldon sind in ihren Rollen topbesetzt und glaubhaft. Es gelingt ihnen schnell das Publikum in den Bann des Geschehens zu ziehen. Schon die Applaus-Konserve für den Autor bei der Preisverleihung zu Beginn des Stücks wirkt ansteckend, die Zuschauer gehen mit. Auf der Rückfahrt zum Hotel verunglückt der angetrunkene Sheldon, wird von Anni Wilke gefunden und in ihren abgelegenen Haus gepflegt. Als die nach Misery-Romanen süchtige Anni ihren Lieblingsautor erkennt und das Werk „Soho brennt“ lesen darf, beginnt für diesen eine Leidenszeit. Anni findet es schmutzig. Sheldon soll es eigenhändig verbrennen oder er erhält weder Nahrung noch Schmerztabletten. Die Steigerung folgt als Anni nach der Lektüre des letzten Misery-Romans herausfindet, dass ihre Heldin stirbt. Ihre Forderung ist klar: Misery muss weiterleben und der Autor muss täglich ein Kapitel abliefern. Ein Fluchtversuch wird rigoros geahndet. Erst als Sheldon erkennt, dass er nie wieder freikommt, greift er verzweifelt zu einem letzten Mittel. Die Spannung baut sich kontinuierlich auf. Sheldon kommt frei und die unter Zwang geschriebene Roman-Fortsetzung „Miserys Retourn“ wird zum großen Erfolg. Der kräftige Applaus des Premierenpublikums für beide Schauspieler, Regisseur Kai-Uwe Holsten sowie den für das Bühnenbild, Kostüme und Toneffekte verantwortlichen Andreas Arneth war hoch verdient.

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